Martin Suter: „Allmen und die Erotik“

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Martin Suters neuer Kriminalroman „Allmen und die Erotik“ entführt uns in die Welt der feinen Meißner Porzellane. Es geht jedoch nicht um Teller und Tassen, sondern um raffiniertes Porzellan aus der Zeit des Rokoko. Die scheinbar harmlosen Figurinen täuschen kleine Genreszenen vor, lassen sich jedoch entkleiden und zeigen dann in aller Deutlichkeit, was sich hinter ihrer Kleidung an Körperlichkeit verbirgt und wohin sich die eine oder andere Hand verirrt. Man kann sich gut vorstellen, dass es hierfür einen Markt der „Kenner“ gibt, die durchaus tiefer in die Tasche greifen, um das ein oder andere raffinierte Kleinod zu erwerben.

Allmen, der leider noch nie mit Geld umgehen konnte, musste seine Villa längst verkaufen und lebt mit Carlos, seinem ehemaligen Diener, und dessen energischer Freundin Maria im Gärtnerhäuschen. Er hat eine neue Firma gegründet – „Allmen International Inquiries“ -, die sich auf die Wiederbeschaffung wertvoller Kunstgegenstände spezialisiert hat. Doch weil er nun einmal mehr Geld ausgibt als er einnimmt, ist er gerade wieder hoffnungslos pleite. Das führt dazu, dass er sich auf eine üble Geschäftsidee mit einem windigen Partner einlässt. Allmen und Carlos sollen die feinen Meißner Porzellanfiguren stehlen und dann mit ihrem ausgeprägten Kunstverständnis und detektivischem Gespür wiederbeschaffen. Die Versicherungssumme soll er sich dann mit seinem zwielichtigen Geschäftspartner teilen. Das klingt alles plausibel und erscheint als leicht durchführbar. Doch es kommt alles anders als geplant..Der neue Allmen-Krimi ist leicht und durchaus amüsant zu lesen. Es ist eine entspannte Bettlektüre, nach der man nicht unter Albträumen leidet.

Das Buch ist im Diogenes-Verlag erschienen, umfasst 267 Seiten und kostet 20 Euro.

Barbara Raudszus

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