Dave Eggers: „Der Mönch von Mokka“

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Der in den USA in prekären Jobs tätige Einwanderer Mokhtar Alkanshali hat eine neue Geschäftsidee: in seinem Heimatland Jemen, das früher für seinen guten Kaffee berühmt war, will er wieder qualitativ hochwertiger Kaffee anbauen. Er möchte so einerseits den armen Bauern dort eine Existenzgrundlage schaffen und andererseits in den USA einen Kaffeehandel aufziehen.

Die Idee ist gut, doch Mokhtar hat weder Ahnung vom Kaffeeanbau noch vom Kaffeeverkauf in den USA. Über betriebswirtschaftliche Kenntnisse verfügt er schon gar nicht. Als Kind wanderte er mit seinem Onkel in die USA ein und arbeitete später im Autohandel und als Hotelportier in San Francisco. Durch Zufall erfährt er , dass Äthiopien und der Jemen einst für ihren besonders guten Kaffee berühmt waren. Da setzt sich die Idee vom jemenitischen Kaffee in ihm fest und lässt ihn nicht mehr los.

Er leiht sich viele tausend Dollar von seiner Verwandschaft und investiert das Geld in seine Fortbildung auf diesem Gebiet. Er will alles über Kaffeeanbau und den feinen Genuss des Kaffees erfahren. Gut ausgebildet macht er sich schließlich im Jahr 2015 auf in den Jemen, um Gebiete für den Kaffeeanbau zu finden.

Diese Reise wird das größte Abenteuer seines Lebens, und nur sehr knapp überlebt er saudische Bomben und die Angriffe der Houthi-Rebellen. Aber sein Traum wird wahr. Heute liefert seine Firma „Port of Mokha“ die besten Kaffees der Welt unter fairen Bedingungen für die Kaffeebauern.

Dave Eggers, dessen Rom „Der Circle“ wir hier besprochen haben, hat mit diesem Buch eine Mischung aus einem Sachbuch über Kaffee und einem Roman über die Verwirklichung des „american dream“ verfasst. Wie ein junger Einwanderer ohne große Bildung hartnäckig seinen Traum verfolgt, das ist beeindruckend  zu lesen. Der Autor beweist an diesem authentischen Beispiel, dass der Aufstieg vom Kaffeeliebhaber zum erfolgreichen Geschäftsmann möglich ist.

Das Buch ist im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen, umfasst 375 Seiten und kostet 22 Euro.

Barbara Raudszus

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