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Margriet
de Moor, Opernsängerin und spätberufene Schrift- stellerin ("Der
Virtu- ose"), hat in diesem kleinen Band eine Reihe von Kurzge- schichten
und Erin- nerungen an ihre Kindheit zusammen- gefasst.
In welchem Maße die letzteren wirklich autobiografisch oder nur
aus dem eigenen Erfahrungsschatz geschöpft sind, sei dahingestellt.
Es sind jedoch Miniaturen über die kindliche Seele und ihre Auffassung
der Welt der Erwachsenen. Andere Geschich- ten wieder handeln vom Schicksal
einsamer oder von der Umwelt fälschlich für glücklich gehaltener
Menschen. So die Geschichte der jungen und patenten Ehefrau, deren Alltag
von ihrer kranken Nachbarin am Fenster Tag für Tag zum Bei- spiel
eines glücklichen Lebens hochstilisiert wird, obwohl sie sich in der
Scheidung befindet. Zumindest die unglückliche Nachbarin schöpft
vor ihrem Tod eine Art Zuversicht aus diesem vermeintlichen Glück.
Oder die Erzählung des Ehemanns, der den Kollegen und Liebhaber
deiner Ehefrau zu einem gemeinsamen Abendessen einlädt, seine menschlichen
Schwächen konstatiert und die beiden anschließend ins eheliche
Schlafzimmer entlässt.
Die Geschichten erheben keinen hohen lite- rarischen Anspruch, sind
eher Schnappschüsse typischer - vornehmlich weiblicher - Lebens- situationen
und bewirken beim Leser immer wieder einen gewissen "Deja vu"-Effekt.
Das Buch ist im Deutschen Taschenbuch Verlag unter der ISBN 3-423-12576-4
erschienen und kostet 14,90 DM.
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