Sam Jaun: "Fliegender Somme"

Kriminalroman aus Schweizer Militärkreisen
 

Peter Keller, Privat- detektiv aus Biel, rückt unter der Tar- nung des Füsiliers Ernst Langenegger zu einer Militärübung im Schweizer Jura ein. Er soll herausfinden, was es mit dem Gerücht auf sich hat, während eines Ergänzungskurses in Bergues sei ein Schulmädchen von Soldaten missbraucht worden. Offensichtlich wurde die Affäre vom Schweizer Militär nur halbherzig verfolgt, wenn nicht gar ver- tuscht. Ein Name sei allerdings gefallen: Sandor Jenner, ausgerechnet der Stiefsohn von Peuseus, einem hochrangigen Offizier des Schweizer Militärs.

Bei seinen Recherchen trifft Keller alias Langenegger tatsächlich auf Jenner und erfährt von ihm, dass er selbst und mehrere andere Soldaten mit dem Schulmädchen geschlafen hätten. Allerdings sei das junge Mädchen einverstanden gewesen und habe sogar Geld dafür erhalten. Um eine Vergewaltigung habe es sich jedenfalls nicht gehandelt.

Als Jenner einige Zeit später einen Steilhang hinab- stürzt und dabei zu Tode kommt, glaubt Keller nicht an Selbstmord. Kurze Zeit später wachte er nach einem LSD- Rausch in einem fensterlosen Raum einer Klinik auf und muss dort üble Behandlungen und Verhöre über sich ergehen lassen. Die Sache „stinkt“ offen- sichtlich. Keller gewinnt zunehmend den Eaindruck, dass er für üble Machenschaften benutzt wird, denn sein Auftraggeber Saibling, selbst hoher Offizier, weiß plötzlich nichts mehr von dem Auftrag und lässt Keller in einer schier ausweglosen Situation schmoren.....

Der spannend erzählte Kriminalroman von Sam Jaun setzt sich kritisch mit den Themen Machtaus- übung und –erhaltung auseinander. Wer es einmal bis ganz oben geschafft hat, mobilisiert im Notfall auch kriminelle Energie, um dort zu bleiben. Die Charakterbilder der Hauptakteure machen den Plot glaubwürdig. Typisches Schweizer Lokalkolorit verbunden mit Schilderungen einfacher Menschen dieser Umgebung zeigen den harten Überlebens- kampf der kleinen Leute, die sich arrangiert haben – im teilweise grotesken Gegensatz zu denen, die über amcht und Geld verfügen und sich nicht arrangieren wollen.

Der Roman „Fliegender Sommer“ ist im Schweizer Cosmos-Verlag unter der ISBN 3-305-00395-2 erschienen und umfasst 336 Seiten.