Rob Kean: "Die Auserwählten"

Üble Machenschaften einer Studentenverbindung
 

Der Roman spielt auf dem Campus des "Simsbury College". Dekan Anson J. Templeton sieht sich gern als Halbgott der akademischen Welt und versteht es, das College nach außen hin als eine Kader-Schmiede der neuen Leistungsträger der amerikanischen Gesellschaft darzustellen.

Als dann plötzlich eines Tages der junge Student Chad Francis Ewing ausgerechnet vor dem Sigma-Haus tot aufgefunden wird, muss Templeton schnell handeln. Das Verbindungshaus Sigma Delta Phi, ein den Campus dominierendes Gebäude, in dem normalerweise die Besten unter den Studenten gefördert werden, soll Ort eines Verbrechens sein?

Templeton handelt schnell. Was anfangs wie der Mord an einem Fuchs der Verbindung aussah, wird schnell zum Selbstmord eines Alkoholikers umgemünzt, und Spuren, die in eine andere Richtung weisen, werden verwischt.

So weit, so schlecht - wäre da nicht Marc, einst Mitglied der Sigma-Verbindung, den man auf Grund einer Intrige aus der Verbindung geworfen hat, da indianisches Blut in seinen Adern fließt, und der nun ausgerechnet in dem studentischen Untersuchungsausschuss sitzt, der den Fall Chad Ewing untersuchen soll.

Mark erkennt bald, dass sowohl ihm als auch Chad übel mitgespielt wurde, und mit Unterstützung seiner Freundin Shawn nimmt er einen Kampf auf, den er eigentlich nur verlieren kann. pannend von der ersten bis zur letzten Seite rollt der Roman die Machenschaften der Verbindung auf, die gnadenlos über Leichen geht, wenn es um ihre Interessen geht. Marc und Shawn scheinen dem Kampf um Gerechtigkeit nicht gewinnen zu können, denn sie merken sehr bald, dass ihre eigene Existenz bedroht wird.

Dem Autor Rob Kean ist mit seinem Erstlingswerk ein kritischer Roman gelungen. Die Story ist kompakt und fesselt den Leser dank einer schier unerträglichen Spannung an den Lesestoff.

Das Buch ist unter der ISBN 3-8284-0035-3 im Diana-Verlag erschienen und kostet 44,90 DM.