Yasmina Khadra:"Doppelweiss"

Ein weiterer Krimi aus dem heutigen Algerien
 

Nach ihrem desillusionierenden Kriminalroman "Morituri" über die Zustände in ihrem Heimatland hat die algerische Autorin jetzt einen zweiten Roman nachfolgen lassen, der sich mit der gleichen Thematik befasst. Wieder versucht der zwangsläufig zum Zyniker gewordene Kommissar Llob, das ihn umgebende Dickicht aus Korruption, Betrug und Mord zu lichten. Nach dem Mord an seinem Assistenten aus dem ersten Krimi ist ihm jetzt ein bärenstarker Targi (Einzahl von Tuareg) als Unterstützung zugewiesen worden.

Ein bekannter Diplomat und selbsternannter Literat, der sich mit den landesüblichen Mitteln in die vorderste Reihe der Gesellschaft vorgearbeitet hat und an einem Enthüllungsbuch arbeitete, wird eines Morgens buchstäblich kopflos in seiner Wohnung angetroffen. Als verschreckter Zeuge kann der standesgemäße jugendliche Geliebte des Verblichenen wenig zur Aufklärung beitragen.

Bei seinen Recherchen stößt Llob auf dunkle Gestalten aus allen Gesellschaftsschichten: sowohl den im Geld schwimmenden Günstling aller wichtigen Instanzen als auch den Schlächter fürs Grobe. Je weiter er in das Beziehungsgeflecht aus Raffgier und vorgeschobenem Fundamentalismus eindringt, desto mehr dünnt seine Umgebung aus: die Verdächtigen findet man am nächsten Tag auf grausame Weise ermordet auf. Auch ihm empfiehlt man durch die Blume, die Ermittlungen nicht zu weit auszudehnen, oder droht im sogar offen. Doch Llob wäre nicht Llob, wenn er sich dadurch beeindrucken ließe. Mit nie versiegendem Sarkasmus und bitterem Witz geht er seine Aufgabe an, die durch einen opportunistischen Vorgesetzten eher behindert als vorangetrieben wird. Die Auflösung ist dann eher konvetionell, wie der ganze Krimi.

Yasmina Khadra hat sich in ihrem zweiten Krimi mehr auf bewährte Strickmuster aus der Requisitenkiste des "schwarzen Krimis" verlassen. Fast meint man, Humphrey ... äh .. Philip Marlowe vor sich zu sehen. Auch die letzte Szene ist getreu diesem Vorbild als finales Zusammentreffen von Detektiv und Bösewicht gestaltet. Auch der bittere Sarkasmus, in "Morituri" noch so etwas wie ein Gütezeichen, da ehrlich und nie überzogen, wird jetzt eine Spur zu dick aufgetragen und erinnert bisweilen an die unerträglichen Ostbahn-Krimis.

Nach ihrem desillusionierenden Kriminalroman "Morituri" über die Zustände in ihrem Heimatland hat die algerische Autorin jetzt einen zweiten Roman nachfolgen lassen, der sich mit der gleichen Thematik befasst. Wieder versucht der zwangsläufig zum Zyniker gewordene Kommissar Llob, das ihn umgebende Dickicht aus Korruption, Betrug und Mord zu lichten. Nach dem Mord an seinem Assistenten aus dem ersten Krimi ist ihm jetzt ein bärenstarker Targi (Einzahl von Tuareg) als Unterstützung zugewiesen worden.

Ein bekannter Diplomat und selbsternannter Literat, der sich mit den landesüblichen Mitteln in die vorderste Reihe der Gesellschaft vorgearbeitet hat und an einem Enthüllungsbuch arbeitete, wird eines Morgens buchstäblich kopflos in seiner Wohnung angetroffen. Als verschreckter Zeuge kann der standesgemäße jugendliche Geliebte des Verblichenen wenig zur Aufklärung beitragen.

Bei seinen Recherchen stößt Llob auf dunkle Gestalten aus allen Gesellschaftsschichten: sowohl den im Geld schwimmenden Günstling aller wichtigen Instanzen als auch den Schlächter fürs Grobe. Je weiter er in das Beziehungsgeflecht aus Raffgier und vorgeschobenem Fundamentalismus eindringt, desto mehr dünnt seine Umgebung aus: die Verdächtigen findet man am nächsten Tag auf grausame Weise ermordet auf. Auch ihm empfiehlt man durch die Blume, die Ermittlungen nicht zu weit auszudehnen, oder droht im sogar offen. Doch Llob wäre nicht Llob, wenn er sich dadurch beeindrucken ließe. Mit nie versiegendem Sarkasmus und bitterem Witz geht er seine Aufgabe an, die durch einen opportunistischen Vorgesetzten eher behindert als vorangetrieben wird. Die Auflösung ist dann eher konvetionell, wie der ganze Krimi.

Yasmina Khadra hat sich in ihrem zweiten Krimi mehr auf bewährte Strickmuster aus der Requisitenkiste des "schwarzen Krimis" verlassen. Fast meint man, Humphrey ... äh .. Philip Marlowe vor sich zu sehen. Auch die letzte Szene ist getreu diesem Vorbild als finales Zusammentreffen von Detektiv und Bösewicht gestaltet. Auch der bittere Sarkasmus, in "Morituri" noch so etwas wie ein Gütezeichen, da ehrlich und nie überzogen, wird jetzt eine Spur zu dick aufgetragen und erinnert bisweilen an die unerträglichen Ostbahn-Krimis.