Heiner Lau: "LEMGO – Das Labyrinth der Rache"

Kriminalroman im Schnodderton
 

Kriminalroman im Schnodderton

Der gelangweilte Sportjournalist Jan Peeters ist unterwegs zu einer langweiligen Sportveranstaltung, über die er für die "Düsseldorfer Volkspost" berichten soll. Zu allem Unglück steckt er auch noch mitten in einem Stau. Da wird plötzlich seine Beifahrertür aufgerissen und eine leicht bekleidete Frau stürzt sich in sein Auto. Sie ist auf der Flucht vor einem ekelhaften Flegel, der ihr an die Wäsche will. Peeters ist ihre letzte Rettung. Doch der hat keinen "Bock" auf irgendwelche Probleme und möchte die Frau so schnell wie möglich wieder loswerden. Bei einem kurzen Halt trommeln plötzlich knallharte Fäuste auf ihn ein, und als er wieder zu sich kommt, ist seine Begleiterin verschwunden. Nun könnte er fortfahren mit seiner Sportberichterstattung, wenn nicht ein Schließfachschlüssel in seinem Auto liegengeblieben wäre. Der Schlüssel jedoch erweist sich als Zugang zu einer ganz miesen Geschichte um Giftgas-Exporte und Erpressung, und Peeters ist mitten drin in diesem Labyrinth aus Gewalt. Um ihn herum sterben die Menschen wie die Fliegen und er entrinnt dem Tode nur mit knapper Not.

Die Story dieses Krimis ist zwar spannend erzählt, wirkt jedoch durch die gewollt schnoddrig-witzigen Dialoge aufgesetzt. Die Verbrechertypen sind nicht die hellsten, ergehen sich aber ständig in "Bonmots" und Sprachspielereien, die sich der Autor für sie ausgedacht hat, die aber das Milieu nicht glaubwürdig widerspiegeln.

Die aufgesetzte Sprache passt dann auch zu der reichlich konstruierten Handlung, die nicht nur Giftgas- Schiebereien und Erpressung thematisiert, sondern auch noch - das macht sich immer gut - Tragödien aus der Nazi-Zeit unterbringt. Weniger wäre mehr gewesen!

Das Buch ist im Verlag Klein - Blechinger (KBV) unter der ISBN 3-934638-47-3 erschienen und kostet19,90 DM.