Ake Edwardsson: "Die Schattenfrau"

Schwedischer Krimi in Mankell-Manier
 

Schwedischer Krimi in Mankell-Manier

Kommissar Winter ermittelt in einem Mordfall. An einem See am Stadtrand von Göteborg wird eine junge Frau ermordet aufgefunden. Merkwürdig an dem Fall ist, dass niemand die Tote zu vermissen scheint. Selbst die Veröffentlichung eines Fotos der Toten in den Medien führt zu keiner Spur. Dennoch lässt gerade dieser Fall den Kommissar nicht ruhen. Als er dann erfährt, dass die junge Frau schon Kinder geboren hat, beginnt für ihn ein Wettlauf mit der Zeit, da unklar ist, was aus dem Kind bzw. den Kindern wird, die nun keine Mutter mehr haben. Winter ist von dem Fall menschlich so bewegt, dass er seine Freundin vernachlässigt, kaum noch Sinn für die Nöte seiner engsten Verwandten hat und selbst kaum zum Schlafen kommt.

Dem Leser geht es ähnlich: einmal gefangen von der Geschichte, legt er den Band nicht mehr aus der Hand und fiebert der Lösung entgegen.

Neben Henning Mankell macht ein weiterer schwedischer Autor - eben Ake Edwardsson - im Krimi-Genre von sich reden. Edwardsson versteht es ebenso wie Mankell, den Leser zu fesseln, und vermeidet wie dieser reißerische Themen. Beide interessieren sich eher für die menschlichen Aspekte ihrer Fälle.

Edwardssons Kommissar Winter ist 37 Jahre alt und stets hoch modisch gekleidet. Er liebt klassischen Jazz und gutes Essen und hat eine feine Spürnase bei seinen Recherchen von Kriminalfällen.

Bei allem dandyhaften Gehabe hat er jedoch einen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Sein Sendungsbewusstsein teilt sich dem Leser mit und zeichnet diesen Kriminalroman gegenüber der schnell konsumierbaren Spannungslektüre üblicher Krimis aus.

Das Buch ist im Claassen-Verlag unter der ISBN 3-546-00235-0 erschienen und kostet 45,80 DM.