| Otto Grünmandl: "Hinter den Jahren" |
| Gedichte und Prosa über die Identität | |
Der österreichiche
Autor Otto Grünmandl, Jahrgang 1924, hat in diesem kleinen Band eine Reihe von kurzen
Gedichten und erzählerischen Episoden zusammengefasst, die sich alle um die Begriffe
Identität und (Ver-)Wandlung drehen. In einem eigens vorangestellten Vorwort weist er
ausdrücklich autobiografische Assoziationen von sich, die sonst bei dem einen oder
anderen Leser vielleicht aufkommen könnten. Die Gedichte wirken streckenweise wie geprägte Aphorismen,
bisweilen etwas dunkel, manchmal auch frech, aber immer von einer gewissen Melancholie
durchzogen. Als Beispiel sei nur diese eine aufgeführt: GELIEBTE Ich liege wach Die Prosatexte zeigen sich skurril bis kafkaesk, so wenn der Vortrag eines reisenden Literaten sich vom üblichen Anfang mit Wasserglas und Hinweis auf die begrenzten verbalen Fähigkeiten ins Chaotisch- Surrealistische steigert und im allgemeinen Untergang endet, oder wenn drei Menschen, die nichts mit einander zu tun haben, unvermutet in nie geahnte Beziehungen treten, um diese dann genauso schnell wieder hinter sich zu lassen. Diese Prosastücke sind kurze Parabeln auf die Unmöglichkeit authentischer menschlicher Kommunikation und schaffen eine beklemmende Atmosphäre der Vergeblichkeit und Resignation. Dennoch blitzt immer wieder ein urtümlicher Humor mit einem Schuss distanzierter Ironie auf.
Das Buch ist im Haymon-Verlag unter der ISBN 3-85218-331-6 erschienen und umfasst 120 Seiten
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