| Zeruya Shalev: "Mann und Frau" |
| Beziehungsroman mit starken Bildern | |
Udi und Na´ama
sind als Ehepaar ein eingespieltes Team. Ihr Leben verläuft in eingefahrenen Bahnen. Da
wacht der durchtrainierte Udi eines Morgens auf und kann sich nicht mehr rühren. Eine
Lähmung hat seinen gesamten Körper befallen. Im Kranken- haus wird er nach allen Regeln
ärztlicher Kunst durchgecheckt, doch die Ärzte können keinerlei medizinische Gründe
für seine Lähmung finden. Na´ama umsorgt ihn, wie es sich für eine gute Ehefrau
gehört, und Töchterchen Noga verweigert sogar die Nahrungsaufnahme und hofft durch
dieses Opfer, dem Vater helfen zu können. Doch nach der Lähmung, die sich allmählich
bessert, erblindet Udi. Gibt es vielleicht einen Zusammen- hang zwischen den körperlichen
Leiden und den Streitigkeiten mit seiner Ehefrau? Beide Ehepartner führen seit Jahren
einen permanenten verbalen Zweikampf und sind darauf aus, sich gegenseitig zu zermürben. Eine israelische Wunderheilerin - ausgebildet in
tibetanischer Heilkunst - soll schließlich Udi helfen, wieder gesund zu werden. Doch sehr
schnell stellt sich heraus, dass nicht nur Udi sondern die ganze Familie krank ist. Alle
Familienmitglieder haben sich in einen Kleinkrieg aus gegenseitigen Vor- würfen
verstrickt. Die Strategie des gegenseitigen Zermürbens ismt zu Selbstläufer geworden. Zeruya Shalev beschreibt sehr plastisch, auf welch steinigen
Pfad die Heilerin die Familie lenkt um zu gesunden. Die Sprache der Autorin ist kraftvoll und packend und erhellt mit ungewöhnlichen Bildern und Metaphern die Gefühlswelt der Protagonisten.
Der Leser wird auf eine Reise durch mensch- liche Sehnsüchte und Ängste mitgenommen, die auch sein eigenes Leben widerspiegelt. Doch wie hier ein Eheleben "aus dem Bauch" heraus beschrieben wird, das ist auch für den Leser ein körperliches Erlebnis
Der Roman ist im Berlin Verlag unter der ISBN 3-8279-0397-03 erschienen und kostet 39,80 DM.
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