| William Monahan: "Light House" |
| Ein verrückter Roman um Kunst, Kokain und Katastrophen | |
Der Kunststudent Tim verärgert durch sein umfas- sendes Talent und seine geradlinige Ehrlichkeit Professoren wie Kommilitonen und verliert dadurch das hoch verdiente Stipendium. Völlig mittellos begleitet er einen versoffenen Australier auf einer vermeintlich ungefährlichen Segeltour, die jedoch dem Transport größerer Mengen Heroins dient. Als sein Freund nächtens über Bord geht, muss er die Transaktion eigenständig zu Ende führen und wird von dem Drogen-Boss Jesus Castro als vermeintlich kaltblütiger Gangster gleich zur nächsten Aktion verpflichtet. Da die Alternative zum Mitmachen gesundheitlich mehr als schädlich wäre, zieht er es vor, zuzusagen und ein Wohnmobil voll Koks nach Norden zu fahren. Am Ziel angekommen entschließt er sich jedoch kurzerhand, nach dem erfolgreichen Tausch von Koks gegen Kohle mit letzterer abzu- hauen. In der irrigen Meinung, seine Spuren geschickt verwischt zu haben, begibt er sich auf gut Glück in ein abgelegenes Nest am Atlantik und mietet sich dort bei einem zerstrittenen Ehepaar in einem leicht heruntergekommenen Hotel ein. Doch Jesus Castro hat sicherheitshalber eine Detektiv auf seine Spuren gesetzt, der Tims Aufenthaltsort unverzüglich an seinen Chef weitergibt.
Nun beginnt ein chaotisches Wettrennen um Leben und Tod, das sich bisweilen wie eine Verwechs- lungskomödie ausnimmt, wenn einer nicht um die Identität oder Anwesenheit des anderen weiß. Zudem fährt die von ihrem trotteligen Mann frust- rierte Hoteliersfrau sofort auf den hübschen Studen- ten ab, ein vielseitig interessierter Sonderling mit einem Hang zu Leuchttürmen überlebt erst den Untergang seines Bootes und macht sich dann überden Leibwächter des Drogendealers her, und Jesus Castro selbst bestellt zu seiner Ent- spannung eine Domina, die auch sonst noch für Wirbel sorgt.Das menschliche Chaos wird passend von einem gewaltigen Orkan mit Schneegestöber und einer Sturmflut begleitet, die nahezu alles um das Hotel herum hinweg- fegt. Wie diese flott geschriebene aber zum Schluss auch literarisch etwas sehr konfuse Geschichte ausgeht, soll hier nicht verraten werden. Wer Spaß an einer temporeichen, satirischen und nicht zu anspruchsvollen Lektüre hat, kann sich hier sicher amüsieren.
Der Roman ist im Aufbau Taschenbuch-Verlag unter der ISBN 3-7466-1722-7erschienen und kostet 14,90 DM..
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