| Anant Kumar: "Die Inderin" |
| "An jenem Tag war Abdul Qasim froh und traurig" | |
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Manchmal passiert
es, dass man eine Person kennen lernt, aber bestimmte Umstände verhindern eine
langfristige Freundschaft. Sei es, dass der andere Mensch wegzieht oder stirbt, vielleicht
wird man auch gar nicht angenommen, oder aber es fehlt einfach die Zeit, die man für
einander braucht. Bei der Inderin Sawitri, jener Protagonistin aus Anant Kumars Buch
"Die Inderin", ist es das Ende des Buches, das die Beziehung von mir zu ihr
beendet hat. Am Ende des zwölften Prosastückes hatte ich jenes Gefühl, welches der
Bangladesher
Abdul Qasim am Ende seiner Begegnung mit der jungen Inderin hatte. Dass sich die Wege viel
zu früh trennen. Dass man noch viel mehr hätte wissen und erfahren wollen von dieser
jungen Dame. Noch nie war ich der Meinung, dass ein Buch viel zu früh zu
Ende war. Zu Sawitri habe ich eine andere Beziehung aufgebaut, als zu anderen
literarischen Figuren. Als ich Josef K. oder Alexei Karamasoff verließ, kannte ich diese, man hatte sich lange an ihnen erfreuen dürfen. Man war durch ihr Leid mit ihnen verbunden. Und es fiel der Abschied zwar schwer, aber ich kam drüber weg. Wie gerne hätte ich weiter den Worten der gebildeten Inderin gelauscht, ihre Momente mit ihr verbracht. Sie ist für mich eine sehr lebendige Person gewesen, vor allem, weil man ihre Welt nur kurz berührt hatte. Und mit Wehmut
weiß ich, dass ich sie nie wieder sehen werde.
Das Buch ist unter der ISBN 3-932-49732-5 erschienen und kostet 19,80 DM.
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