| Isabel Allende: "Portrait in Sepia" |
| Die wechselvolle Lebensgeschichte einer Frau | |
"Portrait in Sepia", so lautet der Titel des neuen Romans von
Isabel Allende, und tatsächlich ziert das Portrait einer jungen Frau, gehalten in
weichen Brauntönen, den Umschlag des Buches. Um diese junge Frau, Aurora del Valle, geht
es in diesem Roman. In ihrer Kindheit ist irgendetwas vorgefallen, das sie bedrückt, und
obwohl sie behütet in einer reichen Familie aufgewachsen ist, lastet ein Schat- ten über
ihrer Vergangenheit. Aurora del Valle wird von ihrer Großmutter Paulina del
Valle, einer dominanten Perönlichkeit, groß gezogen. Sie ist Großmutters Liebling und
genießt einerseits viele Freiheiten, unterliegt aber anderer- seits der Herrschsucht
dieser Matriarchalin. Als Kind bekommt Aurora von Severo del valle eine Kamera
geschenkt. Die Dreizehnjährige versucht nun, mit diesem Apparat die Dämonen ihrer Ver-
gangenheit zu vertreiben. Sie erkennt bald, dass die Kamera Geheimnisse enthüllt, die das
bloße Auge oder der Verstand nicht erfassen können. Das Fotografieren wird ihr zur
Leidenschaft aber auch zur Spurensuche. Und immer wieder stellt sie sich die Fragen:
"Wer waren meine Eltern? Warum werde ich immer wieder von Albträumen heimge- sucht?
Was steckt dahinter?" Erst als Aurora Licht in die dunklen Ecken ihrer Kindheit
bringt, kann sie sich befreien und Freude am Leben finden. Neben der Protagonistin werden auch anderer Per-
sönlichkeiten detailliert charakterisiert. Allen voran
Großmutter Paulina, die sich durch Körper- fülle, Charakterstärke und kaufmännisches Geschick auszeichnet und den Clan der del Valles gut im Griff hat.
Die Schauplätze des Romans wechseln zwischen San Franzisco und Chile und bilden den Hintergrund für das Familienportrait einer typischen chilenischen Oberschichtfamilie aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Roman ist eine schillernde Familiensaga, wie man sie von Isabel Allende gewohnt ist.
Das Buch ist im Suhrkamp-Verlag unter der ISBN 3-518-41280-9 erschienen und umfasst 460 Seiten.
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