| Henning Mankell: "Die Brandmauer" |
| Kommissar Wallande steht vor unerklärlicher Mordserie | |
Kommissar Wallander ist wieder einmal mit scheußlichen Verbrechen
konfrontiert. Zwei junge Mädchenhaben auf brutale Weise einen Taxifahrer ermordet. Die
Eine schlug dem Mann einen Hammer auf den Kopf, die andere erstach ihn dann mit einem
Küchenmesser. Erschreckend ist die Reaktion der Mädchen beim verhör. Sie zeigen
keinerlei Reue. Doch dieser Mord ist erst der Anfang einer ganzen Mordserie.
Bald darauf wird ein Mann tot vor einem Geldautomaten aufgefunden, und wenig später
stößt die Polizei auf eine verkohlte Mädchenleiche in einer Transformatoren-Station. Wallander steht unter Druck. Er findet keinen Zugang zu den
Morden. Schließlich wird er auch noch angezeigt, weil er ein junges Mädchen beim Verhör
geohrfeigt hat. Nun hat er auch noch die Presse gegen sich. Wird es Zeit für ihn, seinen
Beruf an den Nagel zu hängen? Zu seinem beruflichen Dilemma gesellt sich noch seine
unglückliche private Situation. Ihm fehlt eine Partnerin, mit der er sich austauschen
kann. Nach langem Ringen mit sich selbst wagt er es schließlich, eine Kontaktanzeige
aufzugeben.Und er hat Glück! Es meldet sich eine intelligente, attraktive Frau, die ihm
auf Anhieb zusagt. Doch was anfänglich nach Harmonie und Zuneigung aussieht, entpuppt
sich später als weiteres Problem. Mankell hat mit diesem Buch wieder einmal einen spannenden
Krimi geliefert, in dem die Morde den Leser das Gruseln lehren. Was anfangs so gar nicht
zusammenpassen will, und nicht nur Wallander sondern auch den Leser in Verwirrung stürzt,
verknüpft sich später doch noch zu einem logischen Ganzen.
Mankells Krimis zeichnen sich durch ihre Normalität aus, ob es sich um die gesellschaftlichen Probleme oder um den Kommissar handelt. Wallander ist kein Superheld sondern "einer von uns", der vom Tagesgeschäft gebeutelt wird und oft selbst am Rande des Abgrunds steht. Die geschilderten Probleme fallen ebenfalls nicht aus dem Rahmen des täglich Gesehenen und Erlebten. Bis auf die Morde ist Vieles nackter Alltag, nicht abgehoben oder aufgesetzt sondern für den Leser nachvollziehbar. Manchmal sind sogar die Morde verständlich.
Das Buch ist im Zsolnay-Verlag unter der ISBN 3-552-05168-6 erschienen und kostet 24,90 €.
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