| Jane Hamsher: "Killer Instinct" |
| Die Entstehung des Kultfilms "Natural Born Killers" | |
Der Spruch "vom Tellerwäscher zum Millionär" als Beschreibung des
amerikanischen Traums ist nachgerade zur Platitüde verkommen, und heute könnte man ihn
im Zeichen der Dotcom-Krise genau so gut umdrehen. Doch immer wieder gibt es die
Geschichten von den Namenlosen, die den Durchbruch erzielen, und von dem Schweiß und den
Tränen, die für diesen Erfolg fließen mussten. Wenn es dann noch um den
Tatsachenbericht über die Entstehung eines außergewöhnlichen Films in Hollywood geht,
ist der Erfolg des Buches gerade- zu vorprogrammiert. Zwei junge Absolventen einer Fimhochschule in Kalifornien
träumen - wie so viele - vom großen Erfolg als Filmproduzenten. Jane Hamsher und Don
Murphy sind unbeschriebene Blätter in der Bran- che, bis sie eines Tages den unbekannten
Dreh- buchautor Quentin Tarantino (heute eine Kultfigur) kennenlernen. Er verfügt über
ein außergewöhnli- ches Drehbuch, das den blutigen Weg eines jungen Mörderpärchens
beschreibt, die er als "Natural Born Killers" bezeichnet. Hamsher und Murphy
sehen in dem noch stark bearbeitungswürdigen Drehbuch eine eindrucksvolle Geschichte, die
als brutale Farce auf den Gewaltkult und die Medien- macht in den USA zu verstehen ist. Verzweifelt versuchen die beiden, Interessenten
und Geldgeber zu finden, und müssen sich dabei noch mit zwielichtigen Trittbrettfahrern
und intrigan- ten Gegenspielern herumschlagen. Kurz vor dem Scheitern ihres Projektes naht
die Rettung in Per- son des bekannten Regisseurs Oliver Stone, der nicht nur Interesse am
Drehbuch bezeugt, sondern sich auch bald selbst als Regisseur einbringt. Wenn die beiden
jedoch gedacht haben, dass da- mit ihrem Erfolg nichts mehr im Wege steht, haben sie sich
geirrt. Nicht nur tauchen sofort neidische und skrupellose Konkurrenten auf, den anfangs
milde herablassenden Tarantino eingeschlossen, sondern Stone selbst entpuppt sich als
Tyrann, der die Macht seiner Person genau kennt und gnaden- los nutzt, um alle um sich
herum von sich abhängig zu machen. Doch Hamsher und Murphy lassen sich nicht entmutigen
und fechten mit allen Mitteln so manchen Kampf mit ihren Widersachern und angeblichen
Partnern aus, bis die Dreharbeiten schließlich zu einem erfolgreichen Abschluss kommen.
Bis dieses Happy-End erreicht ist, müssen sie jedoch im Sinne von "per aspera ad astra" die härtesten psychischen und physischen Bedingungen ertragen. Man hetzt von der Wüste nach Chicago und umgekehrt, dreht Tag und Nacht bei Hitze und miserabler Stimmung, des öfteren stehen die Arbeiten aufgrund des allgemeinen Chaos auf Messers Schneide, und immer wieder versuchen die Widersacher, ihnen Sand ins Getriebe zu streuen.
Dass der Film in kurzer Zeit Kultstatus er- reicht hat, weiß heute jedes cinéastisch gebil- dete Kind, wie er entstanden ist, jedoch nicht, Jane Hamsher erzählt diese Geschichte mit viel Tempo, Witz und einer gehörigen Portion Selbstironie. Sie schont keinen der berühmten Protagonisten und rsikiert mit ihren Enthüllun- gen über die Charaktere bekannter Personen mehr als einmal eine Klagedrohung, aber gerade das macht dieses Buch so erfrischend authentisch. Wer sich ein ungeschminktes Bild über die "Backstage"-Situation von Hollywood machen will, sollte dieses Buch lesen..
Das Buch ist im Aufbau Taschenbuch-Verlag (AtV)unter der ISBN 3-7466-1731-6 erschienen und kostet 8,50 €.
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