Michael Kimball: "Eine Familie verschwindet"

Roman über eine familiäre Katastrophe
 

 

Eine Familie verliert ihr Baby. Der Schock darüber sitzt tief, sowohl bei den Eltern als auch bei der kleinen Schwester und dem kaum älteren Bruder. Der Roman erzählt aus der Perspektive und in der Sprache der beiden Kleinkinder, wie die ganze Familie im Auto durch Amerika irrt, verzweifelt nach einem Ziel sucht und dabei sich selbst verliert. An jedem Ort verkaufen sie etwas von ihrem Hab und Gut, sogar Mutters Brautkleid oder das Medaillon der kleinen Tochter. Im Sommer wird die gesamte Winterkleidung verkauft, bis ihnen fast nichts mehr bleibt. Die Kinder beobachten alles, was um sie herum geschieht, und versuchen auf ihre Weise, das tragische Unglück zu verarbeiten. Das Mädchen spielt mit ihrer Puppenfamilie die Realität nach, der Junge verfolgt und protokolliert genau die Fahrt und führt Buch über die Verkäufe. Als sie endlich an ihrem Ziel in Bompas Haus ankommen, gibt es auch hier keine Hoffnung für die umglückliche Familie.

Michael Kimball ist ein sehr dichter Roman gelungen, der gerade durch die BIldsprache der Kleinkinder die Verzweiflung der Familie auf den Punkt bringt.

Der Roman ist im Suhrkamp-Verlag unter der ISBN 3-518-41365-1 erschienen und kostet 19,90 €.