Henning Mankell:"Die Rückkehr des Tanzlehrers"

Krimi über die späten Folgen einer nazionalsozialistischen Karriere
 

 

In Henning Mankells neuem Roman liefert ein bestialischer Mord im Oktober 1999 an einem pensionierten Polizeibeamten den Anlass, Umfeld und Jugend dieses Beamten genauer unter die Lupe zu nehmen. Recherchen über Morde sind immer zeitaufwändig, wenn so gar keine offensichtlichen Motive auf der Hand liegen. Und so kniet sich Stefan Lindman, 37, Polizeikommissar und ehemaliger Kollege des Mordopfers Herbert Molin, mit aller Energie in diesen Fall hinein. Denn Stefan hat gerade erfahren, dass er Krebs hat. Er leidet unter großer Existenzangst, und die Recherchen im Mordfall Molin lenken ihn von den eigenen Sorgen ab.

Wer hat Herbert Molin, diesen stillen Kollegen, der in aller Abgeschiedenheit lebte, überfallen und zu Tode gepeitscht? Was bedeuten die blutigen Tanzschritte in Molins Haus? Kaum hat Stefan erste Anhaltspunkte und Spuren des Mörders gefunden, da geschieht ein zweiter Mord. Auch dieser gleicht einer Hinrichtung.

Mit seiner Krankheit im Nacken scheut Stefan bei den Ermittlungen kein Risiko und ist den örtlichen Beamten, die den Fall offiziell untersuchen, immer einen Schritt voraus. Doch der Fall wird immer verwickelter. Das Motiv für die Taten scheint bis in die Zeit des zweiten Weltkrieges zurückzureichen. Herbert Molin hat, obwohl gebürtiger Schwede, als Freiwilliger in Hitlers SS mitgekämpft. Welche Rolle spielt Molins schöne Tochter? Wusste sie von der faschistischen Vergangenheit ihres Vaters?

Die Fragen in diesem neuen Kriminalroman des Erfolgsautors nehmen schier kein Ende, und das politische Gedankengut der Nazis, das überwunden schien, treibt kräftige neue Blüten in der schwedischen Gesellschaft. So regt Mankells Roman bei aller spannenden Unterhaltung ein weiteres Mal zum Nachdenken über bedenkliche Zeiterscheinungen an.

Das Buch ist im Zsolnay-Verlag unter der ISBN 3-552-05205-4 erschienen und und umfasst 503 Seiten..