Hans-Ulrich Treichel: "Der irdische Amor"

Eine Liebesgeschichte mit Kunstgenuss
 

 

Alberts Wunsch, an der Universität Rom Kunstge- schichte und Italianistik zu studieren, bleibt ein schöner Traum. Mit seinen Freunden hatte er geplant, in der Nähe des Campo de Fiori eine Altstadtwohnung zu mieten. Doch schon bald müssen sie erkennen, dass ihre Vorstellungen wohl ziemlich naiv gewesen sind, und die nächste Wohngelegenheit für Studenten erst etwa sechzig Kilometer außerhalb von Rom zu finden ist.

Als sie sich dann auch noch nachts im Schlafanzug in einem Polizeiauto wiederfinden, weil einer ihrer Mitbewohner wohl nicht ganz sauber ist, entscheidet sich Albert, seinen Wohnsitz doch wieder nach Berlin zurück zu verlegen. Die Diskrepanz zwischen seinen Träumen und der Realität ist doch zu groß.

Zurück in Berlin überdenkt Albert seine Zukunft als Student. Vielleicht sollte er doch nicht Kunstge- schichte weiter studieren, zumal er nun mal lieber an Ölbildern herumkratzt als sie zu analysieren. Ein Freisemester einzulegen wäre prima - aber leider braucht er das Bafög.

Albert hängt freischwebend im Raum und weiß eigentlich gar nicht, was er will. Da erwischt ihn wie ein Blitzschlag die Liebe im "Montestella", einem italienischen Lokal. Die rassige Italienerin Elena verdreht ihm dem Kopf. Sie kommt aus Sizilien, und genau dorthin wird sie ihn eines Tages entführen. Aber bis dahin muss sich Albert noch einigen Bewährungsproben unterziehen.

Hans-Ulrich Treichel, Autor des Romans "Tristanakkord", ist eine von leichter Hand geschriebene, humorvolle Liebesgeschichte gelungen, die von Träumen und Realitäten erzählt. Immer wenn Albert so richtig abzuheben droht, holt ihn der Alltag wieder ein. In all diesen Irrungen und Wirrungen zieht Hans-Ulrich Treichel sehr amüsante Vergleiche zur Kunstge- schichte und Malerei, wo auch häufig das Gött- liche dargestellt wird aber das Irdische gemeint ist.

Das Buch ist im Suhrkamp-Verlag unter der ISBN 3-518-41352-X erschienen und umfasst 256 Seiten.