| Alfred Komarek: "Polterabend" |
| Mord im scheinbar idyllischen Weinbaugebiet | |
Es ist Eiswein-Lese
im Wiesbachtal. Weinbauer Fürnkranz hat einige Leute zusammengetrommelt, die ihm helfen
sollen, die gefrorenen Trauben morgens um vier Uhr zu lesen. Der Gerdarmerie-Inspektor
Simon Polt ist zum ersten Mal dabei. Er genießt es offen- sichtlich, dieser frostigen
Arbeit nachzugehen. Gegen acht Uhr zieht die Truppe ins Presshaus, um das kostbare Gut in
den Presskorb zu laden und auszu- pressen. Alle sind auf die Mostgrade des neuen Eisweins
gespannt. Doch da mischt sich in den edlen Rebensaft plötzlich Blut. Im Presskorb liegt
ein Toter. Die heile Welt der Dorfgemeinden im Wiesbachtal ist gestört.
Was oberflächlich nach Dorfgemeinschaft und Weinseligkeit aussieht, entpuppt sich
bei genauerem Hinsehen als gar nicht so heile Welt. Der Fürnkranz zum Beispiel hat
Probleme mit seinem Sohn, und die Tochter hat schon lange keinen Kontakt mehr zu ihrem
Vater. Der Tote im Presskorb war ein mieser Lebemann, der im Dorf verkehrte und hier und
da seine Geschäfte machte. Das Rotlicht-Milieu gleich hinter der tschechischen Grenze
scheint sowohl den Weinbauern Fürnkranz als auch dessen Sohn Martin anzulocken. Polt
sieht sich vielen offenen Fragen gegenüber. Einerseits kennt er die Leute aus dem Dorf zu
gut - er ist ja selbst einer von ihnen - andererseits scheinen nicht alle so sauber zu
sein wie sie sich geben. Polt lässt nicht locker. Schritt für Schritt kämpft er sich
zur Lösung voran und setzt mit seiner Beharrlichkeit die Dorfbewohner so lange unter
Druck, bis sie mit der unliebsamen Wahrheit herausrücken.
Komarek hat wieder einen spannenden Kriminal- roman vorgelegt, der die Menschen eines kleinen Weinbauerndorfes charakterisiert, ihr Zusammen- leben beschreibt aber auch ihre menschlichen Schwächen herausarbeitet. Schwerpunkt-Thema dieses Romans ist die offene Grenze zu Tschechien mit all ihren Chancen und Gefahren für die Bewohner des Wiesbachtals.
Das Buch ist im Haymon-Verlag unter der ISBN 3-85218-413-4 erschienen und umfasst 190 Seiten.
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