Martin Suter: "Lila, lila"

Roman über einen literarischen Betrug
 

 

David ist Kellner im „Esquina“. Hier trifft sich die Gruppe um Ralph Grand, den angeblichen Schriftsteller, der eigentlich als Übersetzer technischer Texte arbeitet. Ralph ist Wortführer der Clique und trumpft mit seinem literarischen Wissen auf. Sergio Frei ist Künstler und gehört ebenfalls dazu, genauso wie die Zeichenlehrerin Silvie Alder, der Texter Roger Bertoli und Rolli, der als „Art Director“ arbeitet . Es handelt sich um ein illustres Grüppchen aus Selbstdarstellern, das den Feierabend feuchtfröhlich in der Kneipe ausklingen lässt. David, der Kellner, bedient die Gruppe und gesellt sich an seinen freien Abenden dazu. Er möchte gern als guter Bekannter oder gar Freund der Trendsetter gelten. Eines Abends stößt Marie zu der Gruppe, und David fühlt sich gleich zu ihr hingezogen. Gegen den coolen Ralph jedoch hat er keine Chance. 

Doch da spielt der Zufall David das Manuskript eines Liebesromans in die Hände. Er tippt den Text ab und gibt ihn Marie zu lesen. Dabei behauptet er ,dass es sein eigenes Werk sei. Marie ist von Davids Roman begeistert und reicht ihn ohne Davids Wissen bei einem Verlag ein. Tatsächlich wird der Roman angenommen und veröffentlicht. David gerät in die Mühlen des Literaturbetriebs und erringt Marie, die den unscheinbaren David auf einmal interessant findet. Doch bei allem Erfolg plagt David das schlechte Gewissen, und eines Tages holt der Betrug ihn ein .

Martin Suter schildert ein Beziehungsdrama, das glücklich hätte enden können, wenn es nicht auf einer Lüge aufgebaut worden wäre.  Andererseits hätte David Marie sonst nicht kennen gelernt, ein Circulus Vitiosus, der für atemberaubende Spannung sorgt und den Leser bis ans bittere Ende ans Buch fesselt. Suter schafft es, zu Beginn des Romans einen Spannungsbogen aufzubauen, der sich kontinuierlich bis zum Ende fortsetzt .

Das Buch ist im Diogenes-Verlag unter der ISBN 3-257-86107-9 erschienen und umfasst 345 Seiten.