| Siegried Laufer: "Alexander der Große" |
| Eine kompakte Darstellung einer außergewöhnlichen Persönlichkeit | |
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Dieses Buch
ist keine Neuerscheinung sondern bereits 1978 erschienen. Die von
herrschenden Ideologien weitgehend An Alexander dem Großen scheiden sich die Geister der Zeitgenossen. Vor allem aufgeklärte Linksliberale messen diesen Mann gerne an heutigen Moralvorstellungen und bringen den durch diese Prüfung schmählich Durchgefallenen damit auf ihre Augenhöhe. Da ist es geradezu ein Genuss, sich dem Phänomen dieser Persönlichkeit unter der Anleitung eines zurückhaltenden Beobachters zu nähern, der alle verfügbaren Quellen gesichtet und daraus ein Portrait zusammengestellt hat, das sich keinem späteren Diktat beugt sondern "lediglich" der Wahrheit so nahe wie möglich zu kommen sucht. Dabei verweist Laufer natürlich immer wieder auf die Quellen und zeigt damit einerseits seine Abhängigkeit von diesen und andererseits seinen Standpunkt, das Objekt seiner Untersuchungen nicht aus der erhöhten Sicht des Nachgeborenen werten zu wollen. Zu Beginn skizziert Laufer kurz die politische Situation zu Zeiten Philipps II., der selbst schon eine Ausnahmepersönlichkeit darstellte und nicht zufällig eine dominierende Stellung im antiken Griechenland einnahm. Jugend, Erziehung - u.a. durch Aristoteles - , mütterliche Bindung und väterliche Erziehung zum Kampf kommen kurz zur Sprache, bevor es mit Philipps Tod um die eigentliche Alexander-"Geschichte" geht. In einer wahren Parforce-Jagd und dennoch konzentriert und übersichtlich jagt der Autor Alexander und sein Heer durch Kleinasien, an Gordion ("der "Knoten") und Issos ("333") vorbei, weiter nach Ägypten, Babylon, Susa und tief in das alte Persien und Indien hinein. Gerade der Verzicht auf jegliches verzierende Beiwerk bringt die rastlose Energie der Person Alexander zum Vorschein. Kaum eine Pause gönnt er seinem Heer, und wenn eine solche doch einmal notwendig ist, unternimmt er mit wenigen Auserwählten eigene Ausflüge. Dabei hebt Laufer hervor, dass es Alexander nicht nur um Eroberungen sondern ebenso um das Verständnis und die Erhaltung der fremden Kulturen ging und dass ihm ein integriertes Großreich vorschwebte, in dem alle Völker gleiche Rechte und Pflichten haben sollten. Damit war er jedoch seiner Zeit um mehr als 2000 Jahre voraus und überforderte auch das Verständnis seiner griechischen Bundesgenossen. Daher ist der Verdacht, er sei schließlich von Griechen vergiftet worden, nicht von der Hand zu weisen. Doch Einzelheiten seien der Lektüre durch den interessierten Leser vorbehalten. Wer sich einen vorurteilslosen Überblick über Zeit und Person Alexander des Großen verschaffen will, ohne sich durch einen dicken Wälzer zu quälen, dem sei dieses kleine Taschenbuch empfohlen. Das Buch ist im Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv) unter der ISBN 3-423-34066-5 erschienen und kostet 12 €. |