Schlachten der Weltgeschichte

Von Salamis bis Sinai
 

 

Schlachten haben etwas mit Schlachten zu tun, und dieses Buch zeigt diese sprachliche Kongruenz ungeschminkt. Wer nun aber glaubt, hier blutrünstige Schilderungen oder gar den puren Bellizismus vorzufinden, hat sich geirrt. Das Autorenteam besteht durchweg aus renommierten Wissenschaftlern, vorzugsweise der historischen Fakultäten, und geht das Thema mit entsprechendem Ernst und Augenmaß an. 

Grundlage dieses Buches war offensichtlich die Erkenntnis, das bestimmte Schlachten den Lauf der Geschichte entscheidend beeinflusst haben. Man denke nur an Salamis, wo die Griechen zum ersten Mal Europa vor der Herrschaft des Orients retteten, am Waterloo, wo die napoleonische Epoche zu Ende ging, oder an die Schlacht von Sedan, Voraussetzung der deutschen Reichsgründung. Doch noch eine Reihe anderer, für den europäischen Leser bisweilen unbekanntere militärische Auseinandersetzungen größeren Ausmaßes, finden hier ihre Bühne. Alexanders überraschender Sieg gegen das zahlenmäßig weit überlegene Heer des Dareios, Hannibals vernichtender Sieg gegen die Römer bei Cannae ("Hannibal ante portas"), die Rettung Wiens vor den Türken im Jahre 1632, Verdun, das Massaker des Ersten Weltkrieges, Herrmann Görings verlorene Luftschlacht gegen England 1940 und natürlich Stalingrad, das Deutsche Trauma. Andere Schlachten aus dem asiatischen und amerikanischen Raum ergänzen diese Übersicht über den ewigen Kampf des Menschen gegen den Menschen.

Alle diese Schlachten werden aus ihrem historischen Kontext hergeleitet, do dass der Leser versteht, warum und wie es zu der jeweiligen Schlacht kam. Dabei wird so manche Unzulänglichkeit und Fehlleistung der Politiker offensichtlich, von der Generalität ganz zuschweigen, die Soldatenleben über ganze Epochen wie eine disponible Masse einsetzte. Die Autoren analysieren jedoch auch die Folgen der jeweiligen Schlacht, um ihre historische Bedeutung herzuleiten. Dabei kann sich auch einmal eine Schlacht als zwar nicht kriegsentscheidend aber wegen ihres Blutzolls und ihrer langfristigen Wirkung doch als historisch wichtig erweisen.

Wer dieses Buch liest, und auch mit Interesse liest, muss sich deswegen nicht als Bellizisten beschimpfen lassen. Der Krieg und damit die große Schlacht gehören zur menschlichen Geschichte wie Kunst und Kirche, und das Wissen um diese düsteren Momente der Weltgeschichte hat noch niemandem geschadet.

Der Roman ist im Deutschen Taschenbuch-Verlag (dtv) unter der ISBN 3-423-34083-5 erschienen und kostet 12,50 Euro.