Elke Heidenreich/Michael Sowa: "Nurejews Hund"

....oder was Sehnsucht vermag
 

Auf einer Party des Schriftstellers Truman Capote begegnet der Tänzer und Choreograph Rudolf Nurejew zum ersten Mal dem Hund Oblomow. Beide - Schriftsteller und Hund - liegen am Boden und schlürfen Champagner aus einer silbernen Schale. Sehr spät am Abend - fast schon am nächsten Morgen - liegt Capote immer noch am Boden, inzwischen schlafend, während Nurejew in Ermangelung eines Gesprächspartners mit dem hässlichen, dicken Hund Oblomow plaudert. Er spricht russisch mit dem Hund, denn darauf regiert dieser. Und wie das Leben so spielt, ist plötzlich Nurejew Besitzer dieses Hundes, denn Capote kennt das Tier angeblich nicht.

Oblomow fühlt sich zu Nurejew hingezogen und weicht nicht mehr von seiner Seite. Das träge, unförmige Tier begleitet seinen Herrn überall hin, vor allem zum täglichen Training im Ballettsaal.

Oblomow wird seinen Herrn um viele Jahre überleben, und was ihm von Nurejew bleibt, ist die Liebe zum Ballett. Wie das schwerfällige Tier diese Liebe umsetzt, das, liebe Leser, müssen Sie schon selbst lesen..

Elke Heidenreich erzählt diese hübsche kleine Geschichte, die von Sehnsucht, Treue und Geborgenheit handelt, sehr warmherzig und nimmt den Leser mit auf die Reise in Oblomows Gefühlswelt. Michael Sowa hat die Komik der Erzählung mit humorvollen Szenen illustriert und lässt den Leser amüsiert schmunzeln.

Das Buch ist im Sanssouci-Verlag unter der ISBN 3-7254-1360-6 erschienen und kostet 7,90 €.

Barbara Raudszus