| Franca Permezza: "Prosciutto di Parma" |
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Eine neue Abart des Virus "D.Leonis" |
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Auch hier geht es um Venedig, seinen morbiden Charme, seine zerbröckelnden Palazzi, seine stinkenden Kanäle, die Plage der alles einnehmenden Touristen (wenn wir dort sind, gehören wir dazu!), aber auch um die Liebe der Bewohner zu ihrer Stadt. Im Mittelpunkt steht der übergewichtige Commissario Trattoni (nicht Trappatoni!), der wie sein in diesem Buch offensichtlich auf Urlaub weilender Kollege Brunetti mit einer latent (auf seinen Beruf) eifersüchtigen Kunst- und Kochexpertin verheiratet und mit einer aufmüpfigen Tochter gesegnet ist (ein studierender Sohn erweitert das leonische Modell). Seine berufliche Entourage besteht aus einem so smarten und eleganten Chef mit korruptem Hauch, einer lebenstüchtigen Sekretärin und einem bauernschlauen Assistenten. Das Leben in Venedig könnte so schön sein, wenn da nicht plötzlich ein bekannter Rechtsanwalt von altem venezianischen Adel an einer seltsamen Lebensmittelvergiftung sterben und kurz darauf eine Frau aus völlig anderen Kreisen ihm auf die gleiche Art ins Jenseits folgen würde. Während sein politisch sehr versierter Chef bereits vorab die Lösung kennt und ihm entsprechende Weisungen erteilt, folgt Trattoni unter Grummeln seinem Bauch, und wenn er diesen nicht gerade mit Pasta und Antipasti versorgt, führt er ihn auch auf die richtige Fährte.... Das Strickmuster ist so einfach wie das von Donna Leon: man nehme venezianisches Kolorit, füge eine kräftige Prise kulinarischer Essenzen hinzu sowie "typisch italienische" Affekte - liebevoll schimpfende Ehefrau, aufbrausende Kinder -, den Charme der gehobenen Bourgeoisie, etwas Sozialkritik und böse Machenschaften der Industrie, und schon ist der Krimi fertig. Das Ganze zehn Minuten aufkochen und anschließend abkühlen lassen. Zugegeben, der Krimi liest sich leicht und locker, und man erfährt auch etwas von den Schattenseiten Venedigs und der italienischen Republik. Die Geschichte verspricht jedoch anfangs mehr als sie am Schluss halten kann. Wer auf eine typische Schlusspointe wartet, in der die Autorin noch einmal alle Verdächtigen durcheinander wirbelt, ehe sie den Unscheinbarsten als "Winner" aus dem Hut zaubert, wird enttäuscht: die Auflösung hat etwas vom "deus ex machina" an sich und entbehrt trotz einer gewissen Logik des typisch kriminalistischen Reizes. Das Buch ist im Europa-Verlag unter der ISBN 3-203-81007-7 erschienen und kostet 19,90 €. Frank Raudszus |