| Henning Mankell: "Tiefe" |
| Roman über den Verlust der Lebensorientierung | |
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Doch eines Tages entdeckt er auf einer einsamen Schäre eine junge Frau, die dort ganz alleine lebt. Er fühlt sich magisch von ihr angezogen und lässt sie in seine Träume einziehen. Schließlich entwickelt sich zwischen den beiden eine Liebesbeziehung. Seiner Frau gegenüber baut er ein ausuferndes Lügengebäude auf, mit dem er seine dauernde Abwesenheit erklärt. Seine Geliebten gesteht er nicht, dass er verheiratet ist. Auch ihr gegenüber erfindet er abstruse Geschichten, um sie nicht zu verlieren. So wird der Leser mitgenommen in die zerrissene Welt des Lars Tobiasson-Svartmann, der zwei Frauen unglücklich macht und selbst der Unglücklichste von allen ist. Wie eine Fliege im Spinnennetz zappelt und bäumt sich der Vermessungsingenieur auf. Er schreckt vor nichts mehr zurück; selbst ein Mord erscheint ihm gerechtfertigt.... Henning Mankell hat mit dem Roman "Tiefe" ein tiefenpsychologisches Meisterwerk geschrieben. Wie in seinen Kriminalromanen lässt die atemlose Spannung den Leser nicht mehr los. Das ist aber nur der eine Aspekt. Auf faszinierende Weise beschreibt er, wie ein Mensch mit Lügen sich selbst bekämpft und sich schließlich in seinen eigenen Fallstricken verfängt. Der alte Spruch "Lügen haben kurze Beine" bewahrheitet sich hier erst nach längerer Zeit. Die Lügen begleiten in diesem Buch ein ganzes Leben, bis die fatale Wirklichkeit sich endlich durchsetzt. Der Roman "Tiefe" ist im Zsolnay-Verlag unter der ISBN 3-552-05343-3 erschienen und kostet 22,10 Euro. Barbara Raudszus |