|
Weitere
Bücher dieses Autors:
|
Ältere Leser
kennen noch Däniken und seine fantastischen Theorien über die
Entstehung des Lebens aus dem All, frühzeitliche
außerirdische Besucher in Südamerika und ähnliche
teilweise absurde Behauptungen ohne jeglichen faktischen Hintergrund,
geschweige denn harte Beweise. Auch heute geistern noch ähnliche
Vorstellungen von Besuchen intelligenter Außerirdischer mit
Überlichtgeschwindigkeit durch den Phantasieraum. Auf der anderen
Seite hat sich die einst so geschlossene und logische Naturwissenschaft
zu einem Puzzle weiterentwickelt, dessen Teile nicht mehr
zusammenpassen. Einstein hat mit seiner berühmten
Relativitätstheorie - die Spezielle und die Allgemeine - Zeit und
Raum neu definiert und sich mit seinem sinnlich nicht mehr
nachvollziehbaren Konzept eines 4-dimensionalen Raums (x, y, z sowie
c*t) erstaunlicherweise gegen die klassischen Auffassungen von Newton
durchsetzen können, nicht zuletzt, weil er die herkömmliche
Physik als Grenzfall in seine Theorie mit aufnahm. Aber mit der
Quantenmechanik eines Heisenbergs war dann die durchgängige Logik
der Naturwissenschaften schließlich doch erschüttert. Seine
„Dualität“ des Lichts, das mal Wellen- und mal Teilchenform
annehmen kann, die nur statistisch feststellbaren Eigenschaften der
„Quanten“ und die unerklärliche „Verschränkung“ räumlich
getrennter Photonen haben dazu geführt, dass die Wissenschaftler
gewisse Fragen verdrängen und sich auch der Diskussion nicht
mehr stellen. Die Widersprüche zu der herrschenden Lehre - die
Lichtgeschwindigkeit (ca. 300.000 km/s) ist die
höchstmögliche Ausbreitungsgeschwindigkeit für
Vorgänge aller Art - werden als solche lediglich wahrgenommen, und
man hat gelernt, mit sich widersprechenden Welten zu leben, auch wenn
das im Grunde sehr unbefriedigend sein muss. Natürlich versuchen
die Physiker in der ganzen Welt, eine „Weltformel“ zu finden, die alle
bisher entwickelten und akzeptierten Theorien zusammenführt und
die Widersprüche als scheinbare entlarvt.
Hier kommt nun der promovierte Chemiker Klaus Volkamer ins Spiel, der
sich seit Jahren der Auflösung der herrschenden Widersprüche
widmet und doch von der wissenschaftlichen Welt - demonstrativ? - nicht
wahrgenommen wird. Er ist kein Däniken oder sonst ein Phantast, er
geht die Probleme mit der logischen Strenge des Wissenschaftlers an und
führt für jede seiner Thesen harte Fakten an, zumindest
über weite Strecken des Buches. Die Resultate seiner
Überlegungen und Beweisführung sind geradezu sensationell und
- um es vornweg zu sagen - selbst für mathematisch geschulte Leser
nicht zu widerlegen. Das mag auch der Grund sein, dass die Wissenschaft
ihn ignoriert.
Volkamer stellt merkwürdige Erfahrungen mit chemischen
Experimenten an den Anfang seiner Überlegungen. In vielen solchen
Reaktionen hatten die Ausführenden schon vor Jahrzehnten
Masseänderungen in abgeschlossenen Geräteanordnungen
festgestellt, die nach den gängigen Erhaltungssätzen
unmöglich waren. Volkamer hat diese Masseänderungen
wiederentdeckt, kommt aber, anders als seine Vorgänger zwingend zu
dem Schluss, dass eine unbekannte Masse durch alle Wandungen gedrungen
sein musste, um in dem geschlossenen System mit neu erzeugten
Phasengrenzen zu reagieren und sich durch Absorption dort anzulagern.
Da dies nach der herrschenden Axiomatik nicht möglich war, wurden
Messfehler vermutet und das Ganze früher „ad acta“ gelegt. Doch
Volkamer zeigt deutlich, dass diese Massezunahmen sich durchaus
reproduzieren lassen und sich generell im signifikanten Bereich
bewegen. Darüber hinaus verweist Volkamer auf die neuesten
Erkenntnisse der Astrophysik, die im Universum 96% undefinierter
„dunkler“ Masse und Energie lokalisiert haben, die sie mit den
verfügbaren Messgeräten nicht nachweisen können. Das
sichtbare Universum stellt damit nur 4% der Gesamtmasse dar!
Daraus entwickelt Volkamer die Theorie einer „feinstofflichen
Masse“,
deren Elemente um Zehnerpotenzen kleiner sind, die aber selbst
insgesamt um viele
Größenordnungen massereicher als die bekannten
Elementarteilchen ist und den gesamten Raum füllt. Er
erweitert Einsteins Spezielle Relativitätstheorie (SRT) eines
vierdimensionalen Raumes um weitere zwei mal vier, also acht
Dimensionen zweier weiteren Subräume, die die menschlichen Sinne
(und die von Menschen gemachten Geräte) nicht direkt erkennen
können. Das bedeutet, dass wir nur in dem ersten Raum leben und
die beiden anderen lediglich indirekt und mathematisch erfassen
können. Der gesamte Raum ist damit 12-dimensional, was immer das
für den Durchschnittsmenschen bedeutet. Die experimentell
detektierten Quanten der Feinstofflichkeit sind in einem engen Gitter
angeordnet und bilden so als kosmischer "Äther" die
Grundlage
der Raum-Zeit-Geometrie. In freier Form können sie sich mit
beliebig hohen Geschwindigkeiten v > c bewegen. Dazu durchbricht
Volkamer also die Einsteinsche „Lichtmauer“ von v=c und erlaubt in den
beiden anderen Räumen beliebig hohe Geschwindigkeiten.
Die Formel
m=m0/[1- (v/c)2]0,5
wird bei ihm dann (bei u>c) zu
Wie das? - mag man fragen, denn die Wurzel in der
herkömmlichen Formel lässt sich bei v>c nicht mehr
lösen, da sie negativ wird. Volkamer jedoch greift zu der
altbekannten Lösung der imaginären Zahlen und fügt der
zweiten Formel lediglich das Zeichen „i“ zu, das die neuen
Subräume als „virtuell“ kennzeichnet. In der Elektrotechnik haben
die imaginären Zahlen längst handfeste praktisch-technische
Bedeutung gewonnen und sind nicht nur mathematischer Selbstzweck, warum
also nicht auch in der Teilchen- und Astrophysik? Hinter der
undurchdringlichen Singularität von v=c=u liegen also zwei weitere
4-dimensionale Räume, die sozusagen das „Urmaterial“ in Form
zweier neuer feinstofflicher Materiearten für unseren sinnlich
erfahrbaren Raum liefern. Da in diesem Raum die Geschwindigkeit „u“
unendliche Größen annehmen kann, erklären sich
Phänomene wie die Welle-Teilchen-Dualität von Licht und
Elementarteilchen, die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen im Vakuum
(hier wurde einst ein „Äther“ definiert, der dann wieder verworfen
wurde und der sich jetzt als von Einstein geforderter „relativistischer
Äther“ bestens bewährt) oder die „Verschränkung“ von
Photonen oder die anderen Quantenmysterien wie von selbst. Das gelingt,
weil Volkamer den heutigen Elementarteilchen eine bisher nicht bekannte
feinstoffliche Hintergrundstruktur zuweist, die ihnen
superluminale Welleneigenschaften neben ihren bekannten
subluminalen Teilcheneigenschaften zuweist. Da beide
Teilchenkomponenten in Vernichtungs- und Erzeugungsprozessen
ständige Zitterbewegungen ausführen, folgen so unter anderem
die quantenmechanischen Compton- und de-Broglie-Wellen sowie ein
erweiterte Interpretation der Quantenmechanik, die nun ihrer
Verständnismysterien beraubt ist und plausibel verständlich
wird.
Das Ganze ist mathematisch bestens begründet, wobei sich der Autor
keine spekulativen Ausflüge in irgendwelche Vermutungen erlaubt.
Jede Behauptung wird mathematisch und mit entsprechenden
Interpretationen der Auswirkungen (in unserem Raum) Stück für
Stück hergeleitet und nachgewiesen. Dabei geht Volkamer auch auf
die Thermodynamischen Hauptsätze der klassischen Physik ein und
beweist ihre Gültigkeit nicht nur innerhalb seines Konzepts,
sondern leitet sie sogar aus diesem ab. Weiterhin diskutiert er das
Prinzip der zunehmenden Entropie, das die Frage nach dem Entstehen von
Strukturen aufwirft, und definiert - wiederum mathematisch
unterstützt - die Wirkungen der feinstofflichen Materie aus einem
der beiden Subräume als „neg-entropisch“, also Strukturen
schaffend. Schließlich beschreibt er die Wirkung dieser
negentropischen Welt auf die Entstehung organischer und biologischer
Systeme bis hin zu Menschen und zu lebenden Kollektiven (Menschheit).
Danach hat nicht nur jedes Element, jedes Molekül und letztlich
jedes (Lebe-)Wesen ein Energiefeld der feinstofflichen Materiearten aus
den beiden Zusatzräumen um sich, sondern diese überlagern
sich auch zu so genannten Kollektivfeldern und bauen um die Erde,
gravitativ gebunden, „morphogenetische“ Felder auf, die die Entwicklung
der Arten steuern. Dabei können diese Felder Entwicklungen und
Ereignisse langfristig speichern (wie die Festplatte eines Computers)
und bei der Genese neuer Exemplare einer Art wieder abgeben.
Die Lektüre dieses Buches fordert von Lesern ein
fortgeschrittenes
mathematisches und physikalisches Verständnis, wollen sie die
Bedeutung der Aussagen auch nur annähernd erfassen. Der Rezensent
maßt sich nicht an, alle Details verstanden zu haben, konnte die
Herleitungen jedoch soweit verfolgen, dass er keine offensichtlichen
Widersprüche entdeckte. Angesichts dieses revolutionären
Ansatzes, der die zwei großen Richtungen der heutigen
Physik (die Spezielle Relativitätstheorie und die
Quantenmechanik) zusammenbringt und darüber hinaus auch noch
Erklärungen für organische Vorgänge anbietet, mutet das
totale Schweigen der etablierten Wissenschaft recht seltsam an.
Schließlich haben sich Wissenschaftler schon über wesentlich
lächerlichere Zeitgenossen hergemacht und deren Phantastereien
zerpflückt oder öffentlich belächelt. Warum nicht hier?
Fürchtet man vielleicht einen gigantischen Paradigmenwechsel, dem
man nicht gewachsen wäre und der die eigene wissenschaftliche und
finanzielle Karriere massiv in Frage stellen würde? Nicht nur
politisch sind wir offensichtlich nicht mehr reformbereit sondern auch
wissenschaftlich. Wenn plötzlich Wissenschaftsetats im
großen Maßstab umdirigiert würden, dann
säßen viele Teilchenphysiker, Chemiker, Biologen und andere
Wissenschaftler buchstäblich auf dem „Trockenen“, und das darf
natürlich nicht sein. Daher wäre es gut, wenn sich eine
breitere Öffentlichkeit dieser neuen Theorie annähme und sie
ernsthaft diskutierte.
Aus der subjektiven Sicht des Rezensenten könnte man dem Buch
vielleicht einen Hang zum Spekulativen vorwerfen: nach der Abhandlung
der wissenschaftlichen Aspekte zieht Volkamer einen Vergleich mit dem
alten „vedischen“ Wissen der Inder. Der ganzheitliche Ansatz eines
All-durchdringenden unsichtbaren Stoffes und einer heute unbekannten,
negentropisch wirkenden Kraft, die alles Lebende vereint und bewegt,
weist durchaus Analogien zu Volkamers wissenschaftlichen Ansatz auf.
Zudem beschreibt Volkamer einen aus dem alten vedischen Wissen her
bekannten Sehstrahl, den auch schon Platon beschrieb, und den Mensch
und Tier in der Sinnesphysiologie des Sehens ständig aktiv
aussenden und reflektiert wieder wahrnehmen. Damit verweist er, wie
bereits im vedischen Wissen beschrieben, auf eine mögliche
Verfeinerung des Sehens, die prinzipiell jedem Menschen latent zur
Verfügung steht, die aber heute praktisch unbekannt und ungenutzt
ist. Es übt daher einen starken Reiz aus, die einzelnen Elemente
dieser beiden „Lehren“ aufeinander abzubilden, was Volkamer auf den
letzten 150 Seiten seines Buches auch weiter verfolgt, weil sich eine
solche Koinzidenz mit seinem Ansatz zum vedischen Wissen aus seiner
Sicht logisch folgerichtig ergibt und ansonsten mit keiner bekannten
philosophischen oder religiösen Anschauung möglich erscheint.
Das führt Volkamer bis zu meditativ bewirkbaren
Negentropiewirkungen im individuellen oder sozialen Bereich
menschlichen Zusammenlebens und zur Überwindung so eklatanter
Probleme wie Kriege, Aggressionen, Drogensucht oder Alkoholismus. Der
Rezensent gesteht der Meditation durchaus eine wichtige Funktion
für Individuen und Gesellschaften zu, betrachtet ihren
großen Wirkungsbereich, wie ihn Volkamer beschreibt, jedoch als
eine Deutung mit spekulativem Charakter. Eins jedoch ist evident: wenn
die gesamte Naturwissenschaft bisher die Existenz und
Negentropieeigenschaften der von Volkamer entdeckten und genau
beschriebenen feinstofflichen Materiefelder nicht erkannt hatte,
verwundert es nicht, dass auch die geistige Nutzung dieser
Materiefelder mit ihren bahnbrechenden Möglichkeiten bisher
unbekannt war, ja undenkbar erschien. Obwohl wir unserer
diesbezüglichen Überraschung Ausdruck verleihen wollen,
wollen wir uns an dieser Stelle nicht den Vorwurf der Polemik
gegenüber der von Volkamer geschilderten Meditation einhandeln und
die Möglichkeit ihrer Bedeutung von der Hand weisen. Denn nicht
nur was die neuen Materieformen angeht, sondern auch gesellschaftsweit
brauchen wir heute völlig neue Denk- und
Verständnisansätze, wenn wir die drängenden Probleme
unserer Zeit wirklich lösen wollen. Der Themenbogen des Buches
folgt einem weit gespannten Bogen, den aufmerksam durchzudenken sich
lohnt.
Das
Buch ist im Weißensee-Verlag
unter der ISBN 3-89998-037-9 (3. überarbeitete Auflage)
erschienen, umfasst 650 Seiten und kostet 38 €.
Frank
Raudszus
|