Klaus Volkamer: "Die feinstoffliche Erweiterung der Naturwissenschaften"

                                                                    
Eine revolutionäre Theorie ohne Resonanz
 

Weitere Bücher dieses Autors:

 

 

 

Ältere Leser kennen noch Däniken und seine fantastischen Theorien über die Entstehung des Lebens aus dem All, frühzeitliche außerirdische Besucher in Südamerika und ähnliche teilweise absurde Behauptungen ohne jeglichen faktischen Hintergrund, geschweige denn harte Beweise. Auch heute geistern noch ähnliche Vorstellungen von Besuchen intelligenter Außerirdischer mit Überlichtgeschwindigkeit durch den Phantasieraum. Auf der anderen Seite hat sich die einst so geschlossene und logische Naturwissenschaft zu einem Puzzle weiterentwickelt, dessen Teile nicht mehr zusammenpassen. Einstein hat mit seiner berühmten Relativitätstheorie - die Spezielle und die Allgemeine - Zeit und Raum neu definiert und sich mit seinem sinnlich nicht mehr nachvollziehbaren Konzept eines 4-dimensionalen Raums (x, y, z sowie c*t) erstaunlicherweise gegen die klassischen Auffassungen von Newton durchsetzen können, nicht zuletzt, weil er die herkömmliche Physik als Grenzfall in seine Theorie mit aufnahm. Aber mit der Quantenmechanik eines Heisenbergs war dann die durchgängige Logik der Naturwissenschaften schließlich doch erschüttert. Seine „Dualität“ des Lichts, das mal Wellen- und mal Teilchenform annehmen kann, die nur statistisch feststellbaren Eigenschaften der „Quanten“ und die unerklärliche „Verschränkung“ räumlich getrennter Photonen haben dazu geführt, dass die Wissenschaftler gewisse Fragen verdrängen und sich auch der Diskussion nicht mehr stellen. Die Widersprüche zu der herrschenden Lehre - die Lichtgeschwindigkeit (ca. 300.000 km/s) ist die höchstmögliche Ausbreitungsgeschwindigkeit für Vorgänge aller Art - werden als solche lediglich wahrgenommen, und man hat gelernt, mit sich widersprechenden Welten zu leben, auch wenn das im Grunde sehr unbefriedigend sein muss. Natürlich versuchen die Physiker in der ganzen Welt, eine „Weltformel“ zu finden, die alle bisher entwickelten und akzeptierten Theorien zusammenführt und die Widersprüche als scheinbare entlarvt.

Hier kommt nun der promovierte Chemiker Klaus Volkamer ins Spiel, der sich seit Jahren der Auflösung der herrschenden Widersprüche widmet und doch von der wissenschaftlichen Welt - demonstrativ? - nicht wahrgenommen wird. Er ist kein Däniken oder sonst ein Phantast, er geht die Probleme mit der logischen Strenge des Wissenschaftlers an und führt für jede seiner Thesen harte Fakten an, zumindest über weite Strecken des Buches. Die Resultate seiner Überlegungen und Beweisführung sind geradezu sensationell und - um es vornweg zu sagen - selbst für mathematisch geschulte Leser nicht zu widerlegen. Das mag auch der Grund sein, dass die Wissenschaft ihn ignoriert.

Volkamer stellt merkwürdige Erfahrungen mit chemischen Experimenten an den Anfang seiner Überlegungen. In vielen solchen Reaktionen hatten die Ausführenden schon vor Jahrzehnten Masseänderungen in abgeschlossenen Geräteanordnungen festgestellt, die nach den gängigen Erhaltungssätzen unmöglich waren. Volkamer hat diese Masseänderungen wiederentdeckt, kommt aber, anders als seine Vorgänger zwingend zu dem Schluss, dass eine unbekannte Masse durch alle Wandungen gedrungen sein musste, um in dem geschlossenen System mit neu erzeugten Phasengrenzen zu reagieren und sich durch Absorption dort anzulagern. Da dies nach der herrschenden Axiomatik nicht möglich war, wurden Messfehler vermutet und das Ganze früher „ad acta“ gelegt. Doch Volkamer zeigt deutlich, dass diese Massezunahmen sich durchaus reproduzieren lassen und sich generell im signifikanten Bereich bewegen. Darüber hinaus verweist Volkamer auf die neuesten Erkenntnisse der Astrophysik, die im Universum 96% undefinierter „dunkler“ Masse und Energie lokalisiert haben, die sie mit den verfügbaren Messgeräten nicht nachweisen können. Das sichtbare Universum stellt damit nur 4% der Gesamtmasse dar!

Daraus entwickelt Volkamer die Theorie einer „feinstofflichen Masse“, deren Elemente um Zehnerpotenzen kleiner sind, die aber selbst insgesamt um viele Größenordnungen massereicher als die bekannten Elementarteilchen ist und den gesamten Raum füllt. Er erweitert Einsteins Spezielle Relativitätstheorie (SRT) eines vierdimensionalen Raumes um weitere zwei mal vier, also acht Dimensionen zweier weiteren Subräume, die die menschlichen Sinne (und die von Menschen gemachten Geräte) nicht direkt erkennen können. Das bedeutet, dass wir nur in dem ersten Raum leben und die beiden anderen lediglich indirekt und mathematisch erfassen können. Der gesamte Raum ist damit 12-dimensional, was immer das für den Durchschnittsmenschen bedeutet. Die experimentell detektierten Quanten der Feinstofflichkeit sind in einem engen Gitter angeordnet und bilden so als  kosmischer "Äther" die Grundlage der Raum-Zeit-Geometrie. In freier Form können sie sich mit beliebig hohen Geschwindigkeiten v > c bewegen. Dazu durchbricht Volkamer also die Einsteinsche „Lichtmauer“ von v=c und erlaubt in den beiden anderen Räumen beliebig hohe Geschwindigkeiten.

Die Formel

m=m0/[1- (v/c)2]0,5

wird bei ihm dann (bei u>c) zu

m=m0/[(u/c)2-1]0,5

Wie das? - mag man fragen, denn die Wurzel in der herkömmlichen Formel lässt sich bei v>c nicht mehr lösen, da sie negativ wird. Volkamer jedoch greift zu der altbekannten Lösung der imaginären Zahlen und fügt der zweiten Formel lediglich das Zeichen „i“ zu, das die neuen Subräume als „virtuell“ kennzeichnet. In der Elektrotechnik haben die imaginären Zahlen längst handfeste praktisch-technische Bedeutung gewonnen und sind nicht nur mathematischer Selbstzweck, warum also nicht auch in der Teilchen- und Astrophysik? Hinter der undurchdringlichen Singularität von v=c=u liegen also zwei weitere 4-dimensionale Räume, die sozusagen das „Urmaterial“ in Form zweier neuer feinstofflicher Materiearten für unseren sinnlich erfahrbaren Raum liefern. Da in diesem Raum die Geschwindigkeit „u“ unendliche Größen annehmen kann, erklären sich Phänomene wie die Welle-Teilchen-Dualität von Licht und Elementarteilchen, die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen im Vakuum (hier wurde einst ein „Äther“ definiert, der dann wieder verworfen wurde und der sich jetzt als von Einstein geforderter „relativistischer Äther“ bestens bewährt) oder die „Verschränkung“ von Photonen oder die anderen Quantenmysterien wie von selbst. Das gelingt, weil Volkamer den heutigen Elementarteilchen eine bisher nicht bekannte feinstoffliche Hintergrundstruktur zuweist, die ihnen superluminale Welleneigenschaften neben ihren bekannten subluminalen Teilcheneigenschaften zuweist. Da beide  Teilchenkomponenten in Vernichtungs- und Erzeugungsprozessen ständige Zitterbewegungen ausführen, folgen so unter anderem die quantenmechanischen Compton- und de-Broglie-Wellen sowie ein erweiterte Interpretation der Quantenmechanik, die nun ihrer Verständnismysterien beraubt ist und plausibel verständlich wird.

Das Ganze ist mathematisch bestens begründet, wobei sich der Autor keine spekulativen Ausflüge in irgendwelche Vermutungen erlaubt. Jede Behauptung wird mathematisch und mit entsprechenden Interpretationen der Auswirkungen (in unserem Raum) Stück für Stück hergeleitet und nachgewiesen. Dabei geht Volkamer auch auf die Thermodynamischen Hauptsätze der klassischen Physik ein und beweist ihre Gültigkeit nicht nur innerhalb seines Konzepts, sondern leitet sie sogar aus diesem ab. Weiterhin diskutiert er das Prinzip der zunehmenden Entropie, das die Frage nach dem Entstehen von Strukturen aufwirft, und definiert - wiederum mathematisch unterstützt - die Wirkungen der feinstofflichen Materie aus einem der beiden Subräume als „neg-entropisch“, also Strukturen schaffend. Schließlich beschreibt er die Wirkung dieser negentropischen Welt auf die Entstehung organischer und biologischer Systeme bis hin zu Menschen und zu lebenden Kollektiven (Menschheit). Danach hat nicht nur jedes Element, jedes Molekül und letztlich jedes (Lebe-)Wesen ein Energiefeld der feinstofflichen Materiearten aus den beiden Zusatzräumen um sich, sondern diese überlagern sich auch zu so genannten Kollektivfeldern und bauen um die Erde, gravitativ gebunden, „morphogenetische“ Felder auf, die die Entwicklung der Arten steuern. Dabei können diese Felder Entwicklungen und Ereignisse langfristig speichern (wie die Festplatte eines Computers) und bei der Genese neuer Exemplare einer Art wieder abgeben.

Die Lektüre dieses Buches fordert von Lesern ein fortgeschrittenes mathematisches und physikalisches Verständnis, wollen sie die Bedeutung der Aussagen auch nur annähernd erfassen. Der Rezensent maßt sich nicht an, alle Details verstanden zu haben, konnte die Herleitungen jedoch soweit verfolgen, dass er keine offensichtlichen Widersprüche entdeckte. Angesichts dieses revolutionären Ansatzes, der die zwei großen Richtungen der heutigen Physik  (die Spezielle Relativitätstheorie und die Quantenmechanik) zusammenbringt und darüber hinaus auch noch Erklärungen für organische Vorgänge anbietet, mutet das totale Schweigen der etablierten Wissenschaft recht seltsam an. Schließlich haben sich Wissenschaftler schon über wesentlich lächerlichere Zeitgenossen hergemacht und deren Phantastereien zerpflückt oder öffentlich belächelt. Warum nicht hier? Fürchtet man vielleicht einen gigantischen Paradigmenwechsel, dem man nicht gewachsen wäre und der die eigene wissenschaftliche und finanzielle Karriere massiv in Frage stellen würde? Nicht nur politisch sind wir offensichtlich nicht mehr reformbereit sondern auch wissenschaftlich. Wenn plötzlich Wissenschaftsetats im großen Maßstab umdirigiert würden, dann säßen viele Teilchenphysiker, Chemiker, Biologen und andere Wissenschaftler buchstäblich auf dem „Trockenen“, und das darf natürlich nicht sein. Daher wäre es gut, wenn sich eine breitere Öffentlichkeit dieser neuen Theorie annähme und sie ernsthaft diskutierte.

Aus der subjektiven Sicht des Rezensenten könnte man dem Buch vielleicht einen Hang zum Spekulativen vorwerfen: nach der Abhandlung der wissenschaftlichen Aspekte zieht Volkamer einen Vergleich mit dem alten „vedischen“ Wissen der Inder. Der ganzheitliche Ansatz eines All-durchdringenden unsichtbaren Stoffes und einer heute unbekannten, negentropisch wirkenden Kraft, die alles Lebende vereint und bewegt, weist durchaus Analogien zu Volkamers wissenschaftlichen Ansatz auf. Zudem beschreibt Volkamer einen aus dem alten vedischen Wissen her bekannten Sehstrahl, den auch schon Platon beschrieb, und den Mensch und Tier in der  Sinnesphysiologie des Sehens ständig aktiv aussenden und reflektiert wieder wahrnehmen. Damit verweist er, wie bereits im vedischen Wissen beschrieben, auf eine mögliche Verfeinerung des Sehens, die prinzipiell jedem Menschen latent zur Verfügung steht, die aber heute praktisch unbekannt und ungenutzt ist. Es übt daher einen starken Reiz aus, die einzelnen Elemente dieser beiden „Lehren“ aufeinander abzubilden, was Volkamer auf den letzten 150 Seiten seines Buches auch weiter verfolgt, weil sich eine solche Koinzidenz mit seinem Ansatz zum vedischen Wissen aus seiner Sicht logisch folgerichtig ergibt und ansonsten mit keiner bekannten philosophischen oder religiösen Anschauung möglich erscheint. Das führt Volkamer bis zu meditativ bewirkbaren Negentropiewirkungen im individuellen oder sozialen Bereich menschlichen Zusammenlebens und zur Überwindung so eklatanter Probleme wie Kriege, Aggressionen, Drogensucht oder Alkoholismus. Der Rezensent gesteht der Meditation durchaus eine wichtige Funktion für Individuen und Gesellschaften zu, betrachtet ihren großen Wirkungsbereich, wie ihn Volkamer beschreibt, jedoch als eine Deutung mit spekulativem Charakter. Eins jedoch ist evident: wenn die gesamte Naturwissenschaft bisher die Existenz und Negentropieeigenschaften der von Volkamer entdeckten und genau beschriebenen feinstofflichen Materiefelder nicht erkannt hatte, verwundert es nicht, dass auch die geistige Nutzung dieser Materiefelder mit ihren bahnbrechenden Möglichkeiten bisher unbekannt war, ja undenkbar erschien. Obwohl wir unserer diesbezüglichen Überraschung Ausdruck verleihen wollen, wollen wir uns an dieser Stelle nicht den Vorwurf der Polemik gegenüber der von Volkamer geschilderten Meditation einhandeln und die Möglichkeit ihrer Bedeutung von der Hand weisen. Denn nicht nur was die neuen Materieformen angeht, sondern auch gesellschaftsweit brauchen wir heute völlig neue Denk- und Verständnisansätze, wenn wir die drängenden Probleme unserer Zeit wirklich lösen wollen. Der Themenbogen des Buches folgt einem weit gespannten Bogen, den aufmerksam durchzudenken sich lohnt.

Das Buch ist im Weißensee-Verlag unter der ISBN 3-89998-037-9 (3. überarbeitete Auflage) erschienen, umfasst 650 Seiten und kostet 38 €.

Frank Raudszus



Hier bestellen bei AMAZON