Susanna Partsch: "Lexikon der Künstler"

                                                                    
Eine Übersicht über die wichtigsten bildenden Künstler von der Renaissance bis heute
 

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Wer die wichtigsten bildenden Künstler der letzten 700 Jahre sind, darüber lässt sich trefflich streiten, vor allem, wenn es aus Gründen der Übersichtlichkeit und des Buchumfangs um eine begrenzte Liste von 75 Künstler geht. Man kann sich die Diskussionen bei der Zusammenstellung dieser Liste lebhaft vorstellen, und jeder um seine Meinung Befragte wird seine jeweiligen "Lieblinge" als unverzichtbar hingestellt haben. Da musste die Autorin als letzte Instanz irgendwann eine Auswahl treffen. Man sollte also diese Zusammenstellung so nehmen, wie sie daherkommt, und nicht beckmesserisch auf das Fehlen bestimmter Künstlergrößen verweisen. Ein Selbstbeschränkung bestand darin, dass die Autorin auf lebende Künstler verzichtet. Dies ist zumindest eine nachvollziehbare Einschränkung, die keine inhaltliche Unterscheidung erforderlich macht.

Susanna Partsch beschränkt sich weiterhin auf den westlichen Kulturkreis mit Europa und den USA, was angesichts der Zielgruppe ebenfalls verständlich ist. Sie beginnt mit Giotto (1267-1337) und endet mit dem 1990 verstorbenen Keith Haring. Zu den 75 Portraitierten gehören natürlich - um nur einige zu nennen - Leonardo Da Vinci,, Hieronymus Bosch, Albrecht Dürer, El Greco, Rembrandt, Caspar David Friedrich, Vincent van Gogh, Pablo Picasso und Joseph Beuys. Fast ist es unfair, nur diese zu nennen, aber wir wollen hier auf eine ermüdende Aufzählung all der künstlerischen Größen der letzten Jahrhunderte verzichten. Interessierte mögen sich das Buch beschaffen und selbst darin nach ihren Lieblingskünstlern suchen.

Die Biographien sind chronologische geordnet und beschränken sich meist auf drei bis vier Seiten. Ein Portrait des jeweiligen Künstlers - falls vorhanden - und Abdrucke exemplarischer Werke lockern den Text auf. Dieser ist im Stil bewusst auf jugendliche Leser zugeschnitten, ohne deswegen etwa kindlich oder gar aufdringlich pädagogisch zu wirken. Auch erwachsene Leser werden die Texte als wohltuend lesbar empfinden, weil die Autorin die wesentlichen Informationen in einem klaren, knappen Stil ohne jegliches geschraubtes Fachvokabular ausbreitet. Schnell liest man sich zu einzelnen Künstlern fest und geht gleich zum nächsten über, der wegen der zeitlichen Nähe zum Vorgänger oftmals direkt auf diesen verweist. So kann man sich leicht an einem Abend durch die europäische Kunstgeschichte schmökern, was nicht gerade zu den schlechtesten Freizeitbeschäftigungen gehört.

Das Buch ist im Hanser-Verlag unter der ISBN 3-446-20707-4 erschienen und kostet 24,90 Euro.

Frank Raudszus

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