Peter Maiwald: "Die Mammutmaus sieht wie ein Mammut aus"

                                                                    
Gedichte für Kinder
 

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Peter Maiwald ist mit diesem kleinen Band ein Wurf gelungen! Das Buch enthält eine Reihe von originellen, humorvollen Gedichten über wichtige Elemente im Leben eines Kindes.

Im ersten Teil bereimt der Autor verschiedene "merkwürdige Tiere". Dabei verzichtet er auf jeglichen pädagogischen Hintergedanken, will keine Sachinformation über das jeweilige Tier vermitteln, sondern diesem lediglich überraschende, witzige Seiten abgewinnen. Dabei greift er auch zu surrealen Methoden, die gerade Kinder so lieben und die sie selbst gerne in endlosen, scheinbar sinnlosen Sprachspielen und -verdrehungen anwenden. Schon bei den Tieren gibt es also für Kinder viel zu lachen. Ob das die im Titel erwähnte, geradezu paradoxe Mammutmaus ist oder der weiße Haase, den im Schnee kein Feind entdeckt, ob das die alliterierenden Reime über die Muschel, ob das die dichtende Katze oder das optisch davon fliegende Gedicht über den Vogel ist: jedesmal findet der Autor einen lustigen Aspekt dieses Tieres, den er in kurzen eingängigen Versen auf den Punkt bringt.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit den Spiel- und Streitkameraden, den "merkwürdigen Kindern". Offensichtlich erinnert der sich sehr gut an seine eigene Kindheit, denn er kann die Situation spielender und konkurrierender Kinder sehr gut nachempfinden und darstellen. Da kommen der kleine Angeber zu Wort, der träumende Schatzgräber und der kleine Schmutzfink, der das Waschen hasst. Auch hier spielt der Autor immer wieder mit der Sprache, etwa bei "Bob Bertl" oder beim Ohrwurm, und versetzt sich dabei glaubwürdig in die kindliche Seele. Auch bei diesen Gedichten spricht nicht ein Erwachsener in bemüht kindlichem oder gar versteckt erziehendem Ton, sondern Peter Maiwald lässt ganz ungeniert das Kind aus sich heraussprudeln.

Im dritten Teil schließlich geht es um die "merkwürdigen Erwachsenen". Da ist der ewig singende Sänger, und da ist der Perückenmann, dem der Wind auch optisch Hut und Haar davonfegt.  "Der alberne Herr Keumann" lacht den ganzen Tag über die unmöglichsten Dinge, und in der "Verwandlung" zitiert Maiwald augenzwinkernd aber unaufdringlich Franz Kafka. Weiter geht es mit einem notorischen Zauberer, dem vorsichtigen Eiermann, der zum Schluss zusammen mit dem letzten Vers doch noch ausrutscht, und mit dem "Mann ohne Kopf". Zum Schluss erklärt der Autor den Kindern sogar noch, warum ein Dichter schreibt: eben weil der Bäcker und der Hauswirt Geld haben wollen oder weil er der schönen A. mit Reimen nähern will.

Dieses Gedicht wird nicht nur Kindern mit seinem skurrilen und surrealen Humor begeistern, sondern es weckt auch beim erwachsenen Leser immer wieder neue Assoziationen und Erinnerungen an die eigene Kinderzeit und motiviert den Leser, selbst kleine Gedichte der lockeren Art zu verfassen. Doch das ist nicht so einfach, wie es bei der Lektüre dieses Büchleins erscheint. Die Leichtigkeit dieser Gedichte hat wahrscheinlich viel Schweiß gefordert, doch es steckt mit Sicherheit auch viel Spaß dahinter.

Das Buch ist im Hanser-Verlag unter der ISBN 3-446-20791-0 erschienen und kostet 12,90 Euro.

Barbara Raudszus

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