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Wer nach Frankfurt zieht, zumeist aus beruflichen
Gründen, tut dies oft mit gemischten Gefühlen. Die Stadt hat
zwar nicht mehr das schlechte Image früherer Jahre, aber als
überbordend attraktiv gilt sie auch nicht. Viele der Zugereisten
entwickeln jedoch nach Jahren des Hierseins eine große Zuneigung
zu Frankfurt, verteidigen sie energisch gegen allerlei Nachrede und das
hat seine Gründe. Im neuen Bildband „Frankfurt – Herzstück
Europas“ werden einige davon lebendig.
In professionellen Fotos von Wolfgang Lechthaler und kenntnisreichen
Essays des FAZ-Redakteurs Günter Mick wird die stolze Geschichte
der Stadt und ihre beeindruckende Gegenwart lebendig. Frankfurt ist
eine Stadt, die seit über 1200 Jahren pulsiert, oft ihrer Zeit
voraus ist, nicht unbedingt gemütlich, aber stets vital. Es ist
immer noch eine Art heimliche Hauptstadt, denn hier wird die Musik
gemacht, zumindest die wirtschaftliche - und nicht in Berlin.
Das Buch spannt den Bogen von der karolingischen Pfalz über den
florierenden Messeplatz des späten Mittelalters bis hin zur Wahl-
und Krönungsstätte der deutschen Kaiser. Die Rolle als Freie
Stadt im Deutschen Bund wird beleuchtet und das erste gewählte
deutsche Parlament 1848, die Annexion durch Preußen 1866. Die
Großstadt von heute entsteht in den Umrissen Ende des 19.
Jahrhunderts, in den 1920-er und 1930-er Jahren werden durch
Autobahnbau und Flughafen die Grundlagen Frankfurts als
europäisches Verkehrszentrum gelegt. 1949 verliert Frankfurt das
Rennen um den Hauptstadtsitz der neuen Bundesrepublik gegen Bonn und
konzentriert sich auf seine Funktion als Wirtschafts- und
Finanzmetropole.
All das wird nachgezeichnet bis zum Frankfurt von heute mit seiner
Skyline als Wahrzeichen. Die Ära der Hochhäuser begann 1962
mit dem Zürich-Hochhaus am Opernplatz, einem gerade mal 68 Meter
hohen Gebäude – das schon wieder abgerissen ist, um einem
höheren au Platz zu machen. Der Bildband berichtet auch über
das Prunkstück der Stadt, die Alte Oper, über das
städtische Rathaus, den „Römer“, das Goethehaus, die
Paulskirche, den Dom, den Zoo und den Palmengarten, allesamt attraktive
Ziele. Wie Frankfurt sein Mainufer wiederentdeckt, mit den vielen
Museen von Weltrang und dem Wohnen am Fluss, wird ebenfalls
dargestellt. Ein eigens Kapitel gilt dem kulturellen Angebot, mit dem
sich Frankfurt nicht verstecken muss. Immerhin hat die Stadt den
vergleichsweise höchsten Kulturetat aller deutschen Kommunen.
In summa wird Frankfurt als Stadt vorgestellt, in er man nicht nur
Karriere machen kann, sondern auch gut leben.
Das
Buch ist im Societätsverlag erschienen und kostet 19,90 €
Franz
Biber
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