Ange Zhang: "Rotes Land - Gelber Fluss"

                                                                    
Ein Jugendbuch über die chinesische Kulturrevolution
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BuchumschlagAnge Zhang erlebte als Dreizehnjähriger in Peking Maos Kulturrevlution und durchlitt selbst  all die Widrigkeiten und Verblendungen der damaligen Zeit. Als Sohn eines anerkannten kommunistischen Schriftstellers wähnte er sich auf der richtigen Seite, bis er eines Tages in der Schule erfahren musste, dass sein Vater - da weder Bauer noch Arbeiter - zu den "Schmarotzern" der Gesellschaft gehörte. Der Vater landete im Gefängnis und die Familie wurde im ganzen Land verstreut, Ange selbst fühlte sich jedoch als stolzes und rechtmäßiges Mitglied der Roten Garde" und schämte sich für den Vater, wenn er auch den Grund für die Ächtung nicht verstand. Mit den Genossen von der Roten Garde zog er durchs Land und drangsalierte auf Geheiß oder zumindest mit Billigung des großen Vorsitzenden die Bevölkerung. Schließlich landete er mit einigen Genossen in einem Dorf tausend Kilometer im Norden, wo er mehrere Jahre einfachste und harte Feldarbeit zu leisten hatte. Seine Intelligenz und seine künstlerische Ader waren hier nicht gefragt, und die kleinsten Verbesserungsvorschläge wurden rüde abgelehnt.
Nach Maos Tod wurde Zhangs Vater rehabilitiert und die Familie zog wieder zusammen. Er selbst studierte schließlich Kunst und lebt heute in den USA.

In seinem Buch beschreibt er seine Jugend konsequent aus der Sicht des Kindes und Jugendlichen. In einfachen Sätzen schildert er seine Angst vor der Ausgrenzung, seine glühende Bewunderung für Maos Rote Garden und sein Unverständnis gegenüber den politischen und gesellschaftlichen Ereignissen während der Kulturrrevolution. Dieses Unverständnis überhöht er jedoch nicht etwa im Nachhinein als kritisches Bewusstsein, sondern stellt es als die ohnmächtige Angst eines Jugdenlichen vor einer undruchdringlichen Realität dar. Doch auch sein Durchhaltewillen und sein Überlebenswillen während der harten Jahre auf dem Lande kommen klar zum Ausdruck.

Am Ende ergibt sich die Kritik an Maos Kulturrevolution wie von selbst aus den geschilderten Fakten und ohne ideologische Unterfütterung. Damit gibt Zhang Jugendlichen einen unaufdringlichen Leitfaden für das Verständnis der Welt auch in ihren absurden Aspekten. Die farbigen Illustrationen stammen vom Autor selbst und vermitteln einen Eindruck von der damaligen Situation in China. Das Buch eignet sich vor allem für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren, die beginnen, über ihre Umwelt nachzudenken und sich von der elterlichen Welt zu lösen.

Das Buch ist im Hanser-Verlag unter der ISBN 3-446-20908-5 erschienen und kostet 14,90 €

FrankRaudszus



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