Françoise Dorner: "Die letzte Liebe des Monsieur Armand"

                                                                    
Ein einfühlsamer Roman über die Leiden und Freuden des Alters

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BuchumschlagMonsieur Armand war in seinem Berufsleben Philosoph. Jetzt ist er alt und Bücher interessieren ihn nicht mehr. Seine Frau ist vor drei Jahren gestorben, Sohn und Tochter leben in entfernten Orten. Er empfindet sich als Übriggebliebenen, als Last für seine Kinder, und möchte sie so wenig wie möglich behelligen. Frau Dune, seine Haushälterin, sorgt dafür, dass ein Mittagessen für den älteren Herrn bereitsteht. Er selbst isst dann so langsam wie möglich, um irgendwie die Zeit totzuschlagen.

Doch eines Tages ändert sich alles: im 82er Bus kommt er bei einem Bemsmanöver in Kontakt mit einer jungen Frau, die rührend um ihn bemüht ist und ihn nach Hause begleitet. Als er sie in ein Café einladen will, ist sie durchaus nicht abgeneigt, muss aber weiter zu ihrer Arbeitsstelle. Doch sie verspricht, den Cafébesuch an einem anderen Tag nachzuholen. Die kurze Begegnung ändert Armands Leben gewaltig. Er spürt sich und seine Umgebung wieder und denkt jetzt häufig an das junge Mädchen mit dem blauen Faltenrock.

Am nächsten Morgen wird er aktiv. Er beschließt, die junge Frau zu suchen. Mit Hilfe von Stadtplan und Telefon versucht er, ihre Arbeitsstelle ausfindig zu machen. Am Nachmittag bricht er wie Maghellan zur ENtdeckung fremder Erdteile auf. Täglich ist er fünf Stunden unterwegs und kehr erschöpft nach Hause zurück. Doch eines Tages trifft er sie wieder zufällig im Bus, und mit strahlendem Lächeln kommt sie auf ihn zu und fordert ihn auf, sie in ihrem Geschäft namens "Sirenen" zu besuchen. Er wagt den Besuch und tatsächlich entwickelt sich zwischen den ungleichen Partnern eine zarte Freundschaft.

Françoise Dorner beschreibt in ihrem Roman die Einsamkeit des Alters, weist aber auch einen Weg, der aus der Altersstarre hierausführen kann und dabei Jung und Alt profitieren lässt.

Das Buch ist im Diogenes-Verlag unter der ISBN 3-257-06603-6 erschienen und kostet 17,90 €

Barbara Raudszus



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