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Michel Houllebecq: „Gegen die Welt, gegen das Leben“ |
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Eine
Würdigung des Horrorpoeten H. P. Lovecraft. |
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Lovecraft
konnte seine mythischen Traumgeschichten zu Lebzeiten nicht
gewinnbringend verkaufen und verarmte, unter anderem auch deshalb, da
er sich wegen seines (neu)englischen Gentleman-Dünkels zu niederen
Tatigkeiten zu schade war. Sein alltägliches Verhalten und sein
Lebenswandel straften jedenfalls die Grauen erweckenden und
verbreitenden Geschichten Lügen. Er muss eher wie ein gebildeter
Vertreter einer längst ausgestorbenen (und in den USA nie
existenten) Oberschicht denn als ein Erfinder von Schauergeschichten
gewirkt haben. Michel
Houllebecq untersucht das Phänomen Lovecraft, seine Herkunft und
seinen persönlichen wie literarischen Lebensweg und entdeckt in
ihm einen Leidens- und frühen Weggenossen, was sich allerdings
eher aus dem Raum zwischen den Zeilen und aus Houllebecqs Büchern
ergibt. Wie Lovecraft ist auch Houllebecq von der Welt und der
menschlichen Gattung angeekelt. So wie Lovecraft die Sexualität
als etwas zutiefst Unästhetischen, ja Ekelhaften ablehnte (und
dabei den Aspekt der Fortpflanzung unter den Tisch kehrte), so feiert
auch Houllebecq in seinen Büchern kein Fest der körperlichen
Liebe, sondern schildert eher die zerstörerischen Seiten der
Sexualität wie Angst, Herrschaft, Unterwerfung und Einsamkeit. Houllebecq
gliedert seinen Essay von ca. 100 Seiten in drei Teile: In "Ein neues
Universum" gibt er einen Überblick über den Menschen
Lovecraft, seine Werke und deren Einordnung in den
zeitgenössischen Kontext. In "Literarische Techniken" untersucht
er die Machart der einzelnen Geschichte, die Entwicklung seines Stils
und die Bezüge zu anderen Literaten dieses und verwandter Genres.
Die Unterkapitel übertitelt er dabei mit Zitaten aus Lovecrafts
Werken. Im dritten Teil schließlich, mit "Holocaust"
überschrieben, verweist er unter anderem auf den zunehmenden, die
Grenzen zur Paranoia überschreitenden Fremdenhass Lovecrafts, der
in den letzten Jahren des Autors in einem Land auf einem anderen
Kontinent sicher ganz andere Folgen gezeitigt hätte...... Stephen
King hat zu Houllebecqs Buch ein Vorwort verfasst, und damit sind drei
- in gewissem Sinne - Verwandte des Geistes in einem Buch vereint. Das
Buch ist im Rowohlt-Verlag
unter der ISBN 3-499-24541-1 erschienen und kostet 7,90 € Frank
Raudszus |
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