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Marek Krajewski: "Die Gespenster von Breslau" |
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Ein schauriger
Kriminalroman aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg |
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Mocks
Recherchen führen immer tiefer in den Nachkriegssumpf
desillusionierter Kriegsteilnehmer, promiskuitiver Kriegsgewinnler und
dekadenter Adliger; auch Mocks Privatleben ist durch den Ersten
Weltkrieg zerstört: wie viele seiner Zeitgenossen hängt er an
der Flasche und an Prostitierten. Nur zwei Personen gegenüber
zeigt er sich als sensibler, leidender Mensch: seinem alten Vater und
einem Kriegskamerad, der als Arzt an einem Breslauer Krankenhaus
arbeitet und zu seinem beruflichen wie privaten Beichtvater wird. Parallel
zu Mocks Ermittlungen erhält der Leser Einblick in die
Aufzeichnungen des Mörders, der einem krankhaften Okkultismus
frönt und im wahrsten Sinne des Wortes die antiken
Rachegöttinnen beschwört. Als Mock schließlich dank
aufreibender Fleißarbeit das "Okkultistennest" aushebt und die
vermeintlich Hauptschuldigen dabei ums Leben kommen, scheint der Spuk
beendet, doch das Schlimmste und die große private
Enttäuschung warten noch auf Mock. Für den Leser bleibt nur
der Trost eines aufgeklärten Verbrechens und eines bestraften
Mörders, für Mock jedoch bleibt am Ende keine Hoffnung auf
eine Wende zum Besseren. Krajewski
hat mit diesem Buich einen spannenden Kriminalroman geschrieben, der
vor allem von seinem wirklichkeitsgetreuen Zeit- und Lokalkolorit lebt.
Zu diesem Zweck hat sich der Autor unter anderem intensiv mit dem
Alltagsleben, der Wohnungssituation und sogar der Kleidung der Zeit
kurz nach dem Ersten Weltkrieg beschäftig und sogar entsprechende
historische Expertisen eingeholt. Man kann also davon ausgehen, dass er
die historische Situation weitgehend authentisch wiedergibt. Dass
manche Dinge konstruiert wirken und bisweilen in der Rückschau
auch logisch nicht schlüssig erscheinen, ist angesichts der
dichten Atmosphäre des Buches verzeihlich und fällt - wenn
überhaupt - sowieso erst nach dem Zuklappen des Buches auf. Das
Buch ist im Deutschen Taschenbuch-Verlag (dtv)
unter der ISBN 3-423-24608-8 erschienen und kostet 14,50 € Frank
Raudszus |
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