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James Laxer: "Imperium" |
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Ein Abriss der
imperialen Weltgeschichte |
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Ein
beliebtes politisches Schlagwort und "Totschlagsargument" der letzten
Jahrzehnte lautete "Imperialismus". Darunter verstehen vorzugsweise die
Linken den amerikanischen "political way of life" und andere - weniger
die Linken - den Ausbreitungsdrang der dahingeschiedenen Sowjetunion.
James Laxer geht in der "global"-Serie des Gerstenberg-Verlages auf
diesen Begriff aus historischer und politischer Sicht ein. Die
Gerstenberg-Serie will eine kompakte Übersicht über aktuelle
politische Begriffe geben, wobei die Information und der jeweilige
politische Kontext im Vordergrund stehen. Weltanschauliche Aspekte sind
dagegen wegen der je subjektiven Sicht von geringerer Priorität,
auch wenn sie sich nicht immer ganz vermeiden lassen.Laxer stellt die wichtigsten Imperien der Weltgeschichte vor: das chinesiche Han-Reich, das römische Imperium, das spanische Weltreich, das britische Empire und schließlich das (noch) real existierende US-Imperium. Dabei geht er kurz auf die Eigenarten des klassischen Imperiums ein - die direkte Besetzung und physische Kontrolle der jeweiligen Trabanten. Auch die Gründe für den Niedergang der einzelnen Imperien führt er auf: Die Rivalitäten im chinesichen Reich, Roms zunehmender Einsatz fremder Söldner an den Grenzen des Reiches, Spaniens falsche Ver(sch)wendung des mittelamerikanischen Goldes, Englands Ausbluten in zwei Weltkriegen. Das US-Imperium unterscheidet sich gemäß seiner Einschätzung durch seinen informellen Charakter, d. h. die abhängigen Länder werden - abgesehen von den bekannten Ausnahmen - nicht direkt durch militärische Macht sondern durch die Macht des Geldes gefügig gemacht. Dabei setzen die USA trotz ihres Bestehens auf demokratischen Wertes auch auf autokratische Regenten, wenn es ihnen in den weltpolitischen Kram passt. Den eigentlichen Grund für die bewusste Behauptung der imperialen Stellung sieht Laxer in dem Missionsdrang und dem Gefühl des Auserwähltseins der US-amerikanischen Gesellschaft. Laxer sieht auch die Risse im Fundament des amerikanischen Imperiums: wachsende Staatsverschuldung und damit einhergehende Schwächung des Dollars sowie weltweiter Widerstand gegen das imperiale Selbstverständnis der USA. 09/11, Afghanistan und der Irak sind Zeichen dieses Widerstands, sei er auch noch so irrational. Laxer sieht auch deutlich die Fehler und Schwächen der USA - Freihandel in erster Linie zum Wohle der eigenen Wirtschaft, die Verzahnung des militärisch-industriellen Komplexes mit der Politik -, die den USA zum Verhängnis werden könnten, wagt aber keine abschließende Vorhersage über die Weiterentwicklung des US-Imperiums in der absehbaren Zukunft. Wer kann das schon? Das Buch verfolgt nicht die Absicht einer tiefschürfenden Analyse historischer und bestehender politischer Verhältnisse, sondern will nur den Begriff "Imperium" auf einen Nenner bringen. Zeitweise gewinnt es dadurch den Charakter einer Schullektüre für die Oberstufe, aber das muss ja nicht unbedingt ein Nachteil sein. Leider erfährt man nichts über den Autor, seinen beruflichen und privaten Werdegang oder seine politische Einordnung. Dieses Manko lässt das Buch ein wenig anonym wirken. Das Buch ist im Gerstenberg-Verlag unter der ISBN 978-3-8369-2578-5 erschienen und kostet 19,90 € Barbara Raudszus |
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