Michael Hierholzer:"Lieblingsbilder"

                                                                    
40 Meisterwerke aus der Sammlung des Städel-Museums


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BuchumschlagIn einer Artikelserie im Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stellte Michael Hierholzer vierzig Bilder aus der Gemäldegalerie des Frankfurter Städel-Museums vor. In acht Kategorien - Ideale, Frauen, Männer, Kinder, Tiere, Natur, Inszenierung und Gottesglanz - fasste der Autor die Bilder zusammen. Die Leser konnten dann aus den vierzig Werken ihr persönliches Lieblingsbild auswählen.

Wer sich der Kunst auf unkomplizierte aber durchaus informative Weise nähern will, sollte sich diesen Bildband zu Gemüte führen. Wir lernen beispielsweise Adrian Brouwer, den Maler des grotesken Alltags, in seinem Bild "Der bittere Trank" aus den Jahren 1636/38 kennen. Ein junger Mann, ungehobelt, unrasiert und mit wirrem Haar, muss eine bittere Medizin einnehmen. Man hört förmlich, wie er seinen Ekel herausschreit. Der Maler hat hier nichts geschönt, sondern eine gewöhnliche Alltagsszene -"Genreszene" - sehr drastisch dargestellt. Wie geht es dem Betrachter? Empfindet er Mitleid oder Schadenfreude? Die Frage bleibt offen.

Als Kontrast zu dieser deftigen Szene kommt das Gemälde "Le Déjeuner" von Claude Monet aus dem Jahr 1868 daher. Ein lichtdurchflutetes häusliches Idyll zeigt einen Frühstückstisch, an dem sich Monets Lebensgefährtin mit dem gemeinsamen Sohn Jean von der Morgensonne wärmen lässt. Hier erkennt man den Impressionisten, den vor allem die Wirkung des Lichts fasziniert. Noch ist alles sehr realistisch gemalt. Erst später wird Monet die Konturen mehr und mehr auflösen.

Durch Hierholzers Beschreibungen erfährt der Leser und Betrachter weitere Details zu dem jeweiligen Gemälde, aber auch andere Hintergrundinformationen wie Symbolgehalte - so verweisen Früchte auf das verloren gegangene Paradies, steht Wasser für die Reinheit der Jungfrau Maria und gilt die Nelke als Symbol der Treue -, Malstile und Einzelheiten über die Persönllichkeit des Malers.

Wahrscheinlich bekommt der Leser aber auch Lust, die Kunstschätze des Städels im Original zu bewundern. Ds Buch ist auch eine hilfreiche Orientierung für Eltern oder Lehrer, die Kinder an die Kunst heranführen wollen.

Das Buch ist im Frankfurter Societätsverlag unter der ISBN 978-3-7973-1067-5 erschienen und kostet 9,90 € 

Frank Raudszus

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