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Bethan Roberts "Stille Wasser" |
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Die tragische Geschichte eines beengten Lebens |
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Es ist Weihnachten 1985. Robert, der sechzehnjährige
Sohn von Howard und Kathryn, ist tot. Das Ende des Romans stellt die
Autorin Bethan Roberts an den Beginn. Man könnte glauben, damit
sei dem Roman jegliche Spannung geraubt, doch das Gegenteil ist der
Fall. Mit diesem Auftakt erzeugt die Autorin eine drohende
Grundstimmung, die das Buch auf seinen 300 Seiten begleitet.Zurück ins Jahr 1965: Kathryn ist 26 Jahre jung und schon Witwe. Ihre Ehe mit Jack Welsh dauerte nur ein halbes Jahr, dann verunglückte Jack tödlich mit seinem Motorrad. Dennoch waren die beiden während der kurzen gemeinsamen Zeit ein glückliches Paar - unkonventionell und abenteuerlustig -, und erregten im Dorf Aufmerksamkeit. Jetzt arbeitet Kathryn in einer Bücherei. Howard sucht dort ein Buch über Rosen und begegnet dabei der jungen Frau. Der Leser erlebt nun das mühsam-linkische Werben des spießigen Howard um Kathryn. Obwohl Howard nicht Kathryns Traummann ist - das wird immer Jack bleiben -, finden die beiden zueinander. Schließlich wird ihr Sohn Robert geboren. In der Kindererziehung zeigt sich die unterschiedliche Grundhaltung der beiden Elternteile: während Kathryn dem Jungen gerade in der Pubertät alle Freiheiten bei der Auswahl seiner Freunde lässt, möchte Howard lenkend eingreifen. Der junge Robert entzieht sich den Eltern immer mehr und möchte eigentlich nur noch weg von seinem spießigen Elternhaus. Wie und warum es schließlich zu Roberts Tod kommt, ist so nicht voraussehbar und überrascht den Leser. Bethan Roberts hat eine psychologisch raffinierte Familientragödie geschreiben, die unter die Haut geht, und es gelingt ihr, die anfangs aufgebaute Spannung bis zum bitteren Ende zu halten. Das Buch ist im Verlag Antje Kunstmann unter der ISBN 978-3-88897-514-1 erschienen und kostet 19,90 €. Barbara Raudszus |
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