| Brigitte Röthlein: "Der Mond" |
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Neues über
den Erdtrabanten |
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Brigitte
Röthlein, promovierte Physikerin und bekannte
Wissenschaftsjournalistin, hat sich jetzt unseres Mondes angenommen und
einen "Statusbericht" über das aktuelle Wissen sowie die
derzeitigen und mittel- wie langfristig geplanten Aktivitäten
hinsichtlich der weiteren Monderforschung und - nutzung verfasst. Das
Buch beginnt mit der Geschichte der Mondforschung, u. a. einer
"Zeitungsente" im frühen 19. Jahrhundert, in der die Behauptung
aufgestellt wurde, auf dem Mond sei Leben - sogar
menschenähnliches! - entdeckt worden. Nach dem Platzen dieser
Informationsblase begnügten sich die Mondforscher erst einmal mit
dem Fernrohr, um die Geografie des Mondes zu erforschen. Die Entstehung
des Mondes steht im Mittelpunkt eines weiteren Kapitels, wobei die
aktuelle These untermauert und erläutert wird, der Mond sei aus
der Kollision der Erde mit einem etwa marsgroßen
Himmelkörper enstanden. Die deutlich geringere Dichte des Mondes
lässt darauf schließen, das sich dieser aus den
abgesprengten "Schalenteilen" der beiden Planeten gebildet hat,
während sich die schweren Kerne mehr oder minder in der Erde
vereinigten. Seitdem bilden Mond und Erde ein rotierendes Gespann, das
sich irgendwann in Jahrmillarden auf eine beidseitig gebundene Drehung
einpendeln wird, bei der sich der Mond mit genau derselben
Winkelgeschwindigkeit um die Erde wie diese um sich selbst drehen
wird. Zudem wird der sich bereits heute jährlich um 4 cm
entfernende Mond entsprechend weiter draußen im Weltall stehen. Weiter
geht es zur Gezeitenbildung, für die der Mond zuständig ist,
und ebenso zur Stabilisierung der Erdachse und Verlangsamung der
Erddrehung durch eben diesen Mond, die beide erst menschliches Leben
auf unserem Planeten ermöglicht haben. Einen
großen Raum nimmt in diesem Buch natürlich das Rennen der
USA und der UdSSR um die "Besetzung" des Mondes ein, das mit dem "Sieg"
der USA, d. h. der Landung der Apollo-Kapsel im Juli 1969 auf dem Mond
endete. Vorbereitung, Rückschläge und Katstrophen dieses
Abenteuers finden genauso ihren Platz wie die Details und die
gefährlichen Momente bei dem erfolgreichen Flug. In diesem
Zusammenhang geht Röthlein auch auf die von
Verschwörungstheoretikern geäußerte - und immer
noch verfochtene - Behauptung ein, die ganze Mondlandung habe nie
stattgefunden, sondern sei nur als große Marketingshow in den
Hollywood-Studios und in der Wüste von Nevada simuliert worden.
Unaufgeregt und eher ironisch widerlegt sie die einzelnen abstrusen
Behauptungen der Mondlandungsgegner, seien es die fehlenden Sterne auf
den Fotos, die angeblich im - auf dem Mond nicht vorhandenen - Wind
flatternde US-Fahne oder der fehlende Krater unter der Bremsrakete des
Landemoduls. Ein
Blick in die Zukunft hinsichtlich der Nutzung des Mondes als
Basisstation für weitere Weltraumabenteuer, als
Produktionsstätte für besonders empfindliche elektronsiche
Bauteile oder als Rohstoffbasis ergänzt die
naturwissenschaftlliche Seite des Buches, bevor die Autorin zum Schluss
auf die üblichen "Mondmythen" wie Mondkalender mehr oder minder
esoterische Auswirkungen auf die Befindlichkeit von Menschen, Tiere und
Pflanzen zu sprechen kommt. Wenn auch der Themenbereich für ein
wissenschaftliches Buch vielleicht ein wenig zu weit ausufert,
erfährt der Leser jedoch viel Wissenswertes und teilweise
Erstaunliches und fühlt sich dank des flüssigen udn
eingängigen STils der Autorin auch noch gut unterhalten. Das Buch ist im Verlag der "premium"-Reihe des Deutschen Taschenbuchverlages (dtv) unter der ISBN 978-3-423-24678-1 erschienen und kostet 16,90 Euro. Frank Raudszus |
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