Alexander Hoffmann: "Das Buch Bröckedde"

                                                                    

EIne freundliche Parodie auf die Riten des Rotary-Clubs
 

Weitere Bücher dieses Autors:

Der Wolkenschieber

 












hre Meinung über E-Mail hier

 

BuchumschlagDer Rotary-Club hat in Deutschland ein wenig den Ruf einer selbst ernannten Elite, die zudem zügig und konsequent in höhere demographische Sphären aufsteigt. Da diese Vereinigung nicht dem Vereinsrecht unterliegt, kann nicht jeder dort eintreten, sondern man wird erwählt. Diese Tatsache ist natürlich für, die "drin" sind, Balsam für die Seele, und man fühlt sich durchaus wohl in dem selbst geschaffenen Biotop. Aus diesem Grund findet man auch selten kritische Stimmen über diese Organisation aus ihrem Dunstkreis: wer drin ist, wird das Nest nicht beschmutzen, wer draußen ist, möchte gerne hinein. Außerdem hat die externe Kritik immer das Gschmäckle der sauren Trauben....

Da ist es um so verdienstvoller, wenn sich einmal ein "Insider" daran macht, den Mantel des Geheimnisses ein wenig zu lüften und den eventuellen "Muff unter den Talaren" mit Humor hinauszuwedeln. Alexander Hoffmann geht in dreißig kurzen Episoden auf die Eigenarten des Clubs und seiner Mitglieder ein: die Vorträge, die nicht immer wegen ihrer Aktualität und Brisanz die - oft leicht abzählbaren - Teilnehmer von den Stühlen reißen und oft tief in die persönlichen Steckenpferde und frühere Berufswelt des Referenten steigen, der Dauerbrenner "Präsenz" und die vielfältigen Ausreden (wie in der Schule) für das Fernbleiben und natürlich das Thema "Rotary und Frauen", das in dieser konservativen Gemeinde nicht unbedingt kontrovers diskutiert wird. In einem anderen Kapitel sind das Alter und die Reminszenzen der Mitglieder an ihre angeblich nicht weit zurückliegende Jugend Thema für launige Seitenhiebe, dann wieder steht die der demographischen Situation geschuldete Schwerhörigkeit  bei dem Thema "Spenden für soziale Zwecke" im Vordergrund. Ein eigenes Kapitel ist dem "Feind Computer" gewidmet, der ebenfalls nur zögerlich in die heiligen Hallen der Technophobie eingelassen wird, dann wieder geht es um die Diskrepanz zwischen Champagner und McDonalds, will sagen den Unterschied zwischen Anspruch und Realität.

Der Autor nimmt seine "Freunde" mit viel Humor und treffsicherer Feder aufs Korn, ohne je die Grenze zur Kränkung zu überschreiten. Man muss schon recht humorlos sein, um über dieses Büchlein nicht schmunzeln zu können. Klar: externe Leser können leicht (hämisch?) grinsen, doch wir wollen hoffen und annehmen, dass auch die RC-Mitglieder herzlich über dieses Buch lachen können und es sich gegenseitig zu Weihnachten oder zum Geburtstag schenken.

Das Buch ist im Rotary-Verlag (sic!) unter der ISBN 978-3-00-025496-3 erschienen und kostet 12,90 €.

Frank Raudszus

Hier bestellen bei AMAZON