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Philip Roth:
"Empörung" |
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Roman über eine kurze Jugend in den 50er Jahren |
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Es ist das Jahr 1951. Der Koreakrieg tobt, und viele junge
Amerikaner lassen dort ihr Leben. Derweil hat Marcus Messner aus
Newark, New Jersey, die Highschool abgeschlossen und arbeitet bei
seinem Vater in der jüdischen Metzgerei. Er lernt alle Handgriffe,
die beim Zerteilen der Tiere nötig sind, grillt sich mittags mit
dem Vater kleine Fleischstückchen und dekoriert das Schaufenster
des Ladens. Es ist ein glückliches und harmonisches Miteinander
von Vater und Sohn.Doch schon mit Beginn von Marcus' Studium beginnt eine zerstörerische Kraft, Vater und Sohn einander zu entfremden. Der Vater kommt schier um vor Sorge um seinen Sohn, der nun den Tag in Universität und Bibliothek verbringt. Dabei entwickelt sich der junge Mann gut: er ist ein eifriger Student, erringt beste Noten und möchte nur ein selbständiger Erwachsener werden. Wovor also hat der Vater Angst? Marcus kann sich darauf keinen reim machen. Schließlich eskalieren die Angstzustände und der Kontrollwahn des Vaters in einem solchen Maße, dass Marcus vor einem Vater an eine andere Universität 500 Meilen vom Elternhaus entfernt flieht. Hier, in Winesburg, Ohio, hofft er, endlich in Ruhe studieren zu können und einen guten Abschluss in Jura zu machen. Zweimal wechselt er dort seine Wohngemeinschaft, weil ihm die Mitbewohner auf die Nerven gehen. In einem Einzelzimmer verspricht er sich mehr Ruhe und eine konfliktfreie Zone. Doch dann lernt er Olivia kennen, die ihn mit verstörenden sexuellen Praktiken überrumpelt. Warum hat sie Oralverkehr mit ihm, obwohl sie sich noch kaum kennen? Markus ist von der Situation überfordert und zieht sich erst einmal zurück. Dann wird er zu allem Unglück noch vom Dekan des Colleges zu einem für ihn unangenehmen Gespräch gebeten. Markus begehrt auf. Er fordert sein Recht auf Privatleben und verweigert die Einmischung von Dritten in sein Leben. Vom angepassten, fleißigen und ehrgeizigen Studenten wird er zunehmend zum Rebell, doch leider wird sein Leben so früh enden, dass er es nicht richtig ausleben geschweige denn seine Persönlichkeit entwickeln kann. Philip Roth schildert in seinem Roman die prüden 50er Jahre, die junge Menschen kaum Freiheiten ließen aber sie andererseits im Koreakrieg buchstäblich verheizten. Der Protagonist Markus steht exemplarisch für Tausende junger Amerikaner, die niemals die Chance erhielten, sich zu selbstbestimmten Menschen zu entwickeln. Das Buch ist im Hanser-Verlag unter der ISBN 978-3-446-23278-5 erschienen und kostet 19,90 €. Barbara Raudszus |
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