| Joseph Caldwell: "Das Schwein war's" |
![]() |
Eine irische
Kriminalkomödie mit offenem Ende |
||||||||||||||
| Bewertung
nach Kategorien (max 5 Punkte):
Als PDF-Datei Ihre Meinung über E-Mail hier |
Kurz
darauf wühlt das Schwein auf der Suche nach Nahrung Kittys
gesamten Nutzgarten auf und entblößt dabei eine bereits
skelettierte männliche Leiche. Die Tante verhindert Aarons
spontanen Anruf bei der Polizei mit der Bemerkung, so etwas löse
man diskret und privat alleine. Dummerweise naht zum falschen Zeitpunkt
die Schweinehirtin und zählt zwei und zwei zusammen. Damit nicht
genug, kommt Sweeny, ein Mann aus dem Dorf und stiller Verehrer der
Tante, ebenfalls vorbei und hinter das Geheimnis. Schnell hält in
einer Art von "Kreisfahndung" jeder einen anderen für den
Täter: Aaron und die Schweinehirtin seine Tante, diese und Sweenie
die Schweinehirtin. Jetzt beginnt ein grotesker Tanz um die Leiche, die
jeder auf seine Weise entsorgen will. Die beiden Frauen bereiten eine
neue private Beisetzung vor, während Aaron immer noch für die
Polizei plädiert und Sweeny die Leiche den Dorfbewohnern
übergeben will. Zwischendurch betrinkt sich Aaron im Pub, greift
einen Besucher tätlich an und ertrinkt am nächsten Tage
beinahe bei dem Versuch, eben diesen fremden Mann aus vermeintlicher
Seenot zu retten. Sweeny kann ihn im letzten Augenblick retten. Alles
geht kunterbunt durcheinander, zwei Polizisten erscheinen auf der Suche
nach einem Straftäter auch noch im Hause und werden in einen
Geheimgang unter dem Haus geschickt, bevor sie die Leiche entdecken
können. Am Ende bezichtigen sich alle des Mordes und beerdigen den
Toten ein zweites Mal. Das anfangs vermutete Happy End gibt es auch
noch, aber der Mord bleibt ungeklärt. Eigentlich
kann man dieses Buch nicht als Kriminalroman bezeichnen sondern eher
als Kriminalgroteske. Der Autor bringt viel irisches Lokalkolorit ein
oder zumindest dass, was man dafür hält. Die Ir(r)en saufen
und reden die ganze Zeit wie in "Finnegan's Wake", sind pathetisch,
skurril, rührselig und stur wie die Ochsen. Ob das in der
Realität so stimmt, sei dahingestellt, doch ist dieser
Beschreibung ein gewisser Heiterkeitswert nicht abzusprechen. Die
Handlung ist jedoch ziemlich albern und nicht immer stimmig (darauf
kommt es dem Autor wohl auch nicht an), dafür enthält sie
reichlich Situationskomik und etwas Slapstock. Für
einen Nachmittag am Strand ist dieses Buch ganz nett, aber man muss es
nicht gelesen haben. Das Buch ist im Aufbau Taschenbuch-Verlag unter der ISBN 978-3-7466-2627-7 erschienen und kostet 8,95 Euro. Frank Raudszus |
|