Isabel Allende: "Die Insel unter dem Meer"

                                                                    
 Oktober 2010
Ein historischer Familienroman der südamerikanischen Autorin



 
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BuchumschlagIsabel Allendes neuer Roman "Die Insel unter dem Meer" gliedert sich in zwei Teile. Der erste spielt in Saint-Domingue in der Karibik und erzählt die Geschichte der Sklavin Tété, die dem reichen Plantagenbesitzer Toulouse Valmorain und dessen Gattin dient.

Tété, eine magere, zierliche Mulattin, ist eigentlich noch ein Kind, als sie zu den Valmorains kommt. Sie lernt schnell, und nach einem gescheiterten Fluchtversucht fügt sie sich in ihr Schicksal. Als ihre Herrin nach mehreren Fehlgeburten in tiefe Depressionen verfällt, ist es Tété, die sich verantwortungsvoll um sie kümmert. Schließlich bringt Valmorains Frau doch noch einen gesunden Jungen zur Welt, aber die Mutter Eugenia ist nicht mehr fähig, sich um den Jungen zu kümmern. So ist es wieder Tété, die für den Kleinen die Mutterrolle übernimmt und sogar die schwermütige Mutter füttert und wäscht. Für Toulouse Valmorain muss die junge Mulattin außerdem noch Liebesdienste erfüllen, die sie jedoch häufig geschickt umgeht, indem sie ihm mit Alkohol die Sinne vernebelt.

Tétés Leben als Sklavin ist von Unterdrückung und Herrschsucht ihres Herrn geprägt. Die große Sehnsicht, eines Tages frei zu sein, ist in ihr jedoch latent vorhanden. Tatsächlich brechen eines Tages flächendeckende Sklavenaufstände auf Saint-Domingue aus, Farmen werden niedergebrannt und die weißen Herren dahingemordet. Tété gelingt mit Valmorain, dessen Sohn Maurice und ihrer eigenen kleinen Tochter Rosette die Flucht, die sie auf abenteuerlichen Wegen nach Kuba und schließlich nach New Orleans verschlägt. Sie trägt ihre Freilassungsurkunde, die sie ihrem Herrn Valmorain abgehandelt hat, immer bei sich, wagt jedoch nicht den Schritt in die Freiheit, da sie sich für die Kinder verantwortlich fühlt. Dennoch bleibt es ihr größter Wunsch, endlich frei zu sein.

Isabel Allende erzählt anhand des Schicksals der Sklavin Tété packend und emphatisch die wechselvolle Geschichte Haitis. Sie beschreibt die Grausamkeiten der Sklavenhaltung, aber auch den Hass der Sklaven auf die weißen Herren. Historisches wird verwoben mit den Einzelschicksal Tétés, die, von den Geschehnissen hin- und hergeworfen, ihr Ziel nie aus den Augen verliert.

Das Buch ist im "Suhrkamp-Verlag" unter der ISBN 978-3-518-42138-3 erschienen und kostet 24,90 €.

Barbara Raudszus




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