Ralf Roth: „Wilhelm Merton – Ein Weltbürger gründet eine Universität"

                                                                    
 November 2010
Biographie eines Unternehmers



 
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BuchumschlagEr war der Gründer der Metallgesellschaft, ein früher „Global Player“ der Wirtschaft in Wilhelminischer Zeit und ein großer Mäzen – der Frankfurter Wilhelm Merton (1848-1916).  Der Historiker Prof. Dr. Ralf Roth hat jetzt unter dem Titel „Wilhelm Merton – ein Weltbürger gründet eine Universität“ eine Biographie dieser faszinierenden Persönlichkeit vorgelegt.  

Anschaulich und facettenreich schildert Roth den Lebensweg Mertons, der 1848 als Sohn jüdischer Einwanderer aus England in Frankfurt geboren wurde. Aus den Anfängen einer kleinen Firma für Metallhandel entwickelte er die weltweit tätige Metallgesellschaft, einen globalen Konzern. Roth skizziert den steilen Aufstieg des Unternehmers und legt dann den Schwerpunkt auf das, was Merton besonders auszeichnete – er war nämlich „einer der Philantrophen großen Stils, die Deutschland in jenem Zeitabschnitt hervorgebracht hat“, so der legendäre Bankier Carl Fürstenberg.

Der kultivierte Weltbürger mit dem weißen Spitzbart fühlte sich den Menschen seiner Heimatstadt und den nachfolgenden Generationen verpflichtet. Einen Großteil seines Vermögens verwendete er für wohltätige Zwecke. So gründete er das Institut für Gemeinwohl mit seinem umfassenden Netz sozialer Hilfseinrichtungen, er engagierte sich für das Arbeiterwohnwesen, den Kinderschutz und vieles mehr. Mit einer „Akademie für Handels- und Sozialwissenschaften“ legte er den Grundstein für die 1914 gegründete Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, damals eine der modernsten im Deutschen Reich. Die treibende Kraft bei diesem Projekt waren Wilhelm Merton und der damalige Oberbürgermeister Franz Adickes. Sie wollten eine wissenschaftliche Einrichtung schaffen, die in Ausbildung und Forschung den Erfordernissen einer modernen Industrienation entsprechen sollte.

An Wilhelm Merton erinnert heute das Mertonviertel in Frankfurt- Niederursel, es gibt eine Wilhelm-Merton-Stiftung,  an der Universität finden sich eine Stiftungsprofessur und das Wilhelm Merton-Zentrum für Europäische Integration und Internationale Wirtschaftsordnung. Auch eine kaufmännische Berufsschule und eine Straße in Bockenheim tragen den Namen dieses großen Frankfurter Bürgers. Außerdem gibt es die denkmalgeschützte „Villa Merton“ in Bockenheim, die ein Sohn Mertons, Richard Merton, 1925 bauen ließ. Auch Richard Merton war eine bedeutende Unternehmerpersönlichkeit und ein großer Mäzen.

Das Buch ist im "Societäts-Verlag" erschienen, umfasst 192 Seiten und kostet 14,80 €.

Alexander Hoffmann




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