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Er war der Gründer der Metallgesellschaft, ein
früher „Global Player“ der Wirtschaft in Wilhelminischer Zeit und
ein großer Mäzen – der Frankfurter Wilhelm Merton
(1848-1916). Der Historiker Prof. Dr. Ralf Roth hat jetzt unter
dem Titel „Wilhelm Merton – ein Weltbürger gründet eine
Universität“ eine Biographie dieser faszinierenden
Persönlichkeit vorgelegt.
Anschaulich und facettenreich schildert Roth den Lebensweg Mertons, der
1848 als Sohn jüdischer Einwanderer aus England in Frankfurt
geboren wurde. Aus den Anfängen einer kleinen Firma für
Metallhandel entwickelte er die weltweit tätige
Metallgesellschaft, einen globalen Konzern. Roth skizziert den steilen
Aufstieg des Unternehmers und legt dann den Schwerpunkt auf das, was
Merton besonders auszeichnete – er war nämlich „einer der
Philantrophen großen Stils, die Deutschland in jenem
Zeitabschnitt hervorgebracht hat“, so der legendäre Bankier Carl
Fürstenberg.
Der kultivierte Weltbürger mit dem weißen Spitzbart
fühlte sich den Menschen seiner Heimatstadt und den nachfolgenden
Generationen verpflichtet. Einen Großteil seines Vermögens
verwendete er für wohltätige Zwecke. So gründete er das
Institut für Gemeinwohl mit seinem umfassenden Netz sozialer
Hilfseinrichtungen, er engagierte sich für das Arbeiterwohnwesen,
den Kinderschutz und vieles mehr. Mit einer „Akademie für Handels-
und Sozialwissenschaften“ legte er den Grundstein für die 1914
gegründete Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, damals eine
der modernsten im Deutschen Reich. Die treibende Kraft bei diesem
Projekt waren Wilhelm Merton und der damalige Oberbürgermeister
Franz Adickes. Sie wollten eine wissenschaftliche Einrichtung schaffen,
die in Ausbildung und Forschung den Erfordernissen einer modernen
Industrienation entsprechen sollte.
An Wilhelm Merton erinnert heute das Mertonviertel in Frankfurt-
Niederursel, es gibt eine Wilhelm-Merton-Stiftung, an der
Universität finden sich eine Stiftungsprofessur und das Wilhelm
Merton-Zentrum für Europäische Integration und Internationale
Wirtschaftsordnung. Auch eine kaufmännische Berufsschule und eine
Straße in Bockenheim tragen den Namen dieses großen
Frankfurter Bürgers. Außerdem gibt es die
denkmalgeschützte „Villa Merton“ in Bockenheim, die ein Sohn
Mertons, Richard Merton, 1925 bauen ließ. Auch Richard Merton war
eine bedeutende Unternehmerpersönlichkeit und ein großer
Mäzen.
Das
Buch
ist
im
"Societäts-Verlag"
erschienen, umfasst 192 Seiten und kostet 14,80 €.
Alexander
Hoffmann
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