| Kirsten Heisig:"Das Ende der Geduld" |
![]() |
Ein Plädoyer für Konsequenz gegenüber
jugendlichen Gewalttätern |
||||
| Als PDF-Datei Ihre Meinung über E-Mail hier |
Wie
auch
bei
Sarrazins Buch haben die Medien vor allem die - vermeintlich -
spektakulären Passagen ausgeschlachtet, das bedeutet in diesem
Fall die Ausführungen über die kriminellen Clans von Arabern
und Türken in Berlin-Neukölln. Darüber gingen
wesentliche Teile des Buches buchstäblich verloren, was wohl daran
liegt, dass diese einerseits weniger "Empörungspotential"
enthalten und andererseits für bestimmte Lager unliebsame weil
konkrete Vorschläge für die Lösung der Probleme anbieten. Kirsten
Heisig
beschreibt
in nüchternen Worten und ohne jeglichen
überzogenen Alarmismus die zunehmende Abkopplung bestimmter
migrantischer Milieus vor allem in Berlin. Zwar weist sie auch auf
ähnliche Entwicklungen in anderen Großstädten -
Hamburg, Köln - hin, beschränkt sich jedoch in der
Detailbeschreibung und Ursachenforschung auf Berlin, da sie die
dortigen Zustände aus eigener richterlicher Erfahrung kennt.
Während Sarrazin das Problem bundesweit und vor allem
demographisch-langfristig darlegt, sieht sie die spezielle
gegenwärtige Entwicklung in Berlin. Hier weist sie schonungslos
auf die systematische Abkopplung vor allem arabischer Familien vom
gesellschaftlichen Konsens hin. Aufgrund umfangreicher Statistiken
weist sie nach, dass hier ein elementares Problem nicht nur entstanden
ist sondern sich auch stetig ausweitet. Angeblich palästinensische
Flüchtlinge, meist als Asylanten über den Libanon
eingewandert, haben sich hier planmäßig eine eigene Welt
eingerichtet, die hauptsächlich darin besteht, unter konsequenter
Nutzung des deutschen Sozialsystems nicht nur den Lebensunterhaltung
stetig wachsender Großfamilien sicherzustellen sondern diesen
auch auf kriminelle Weise auszubauen. Den Nachwuchs für die
organisierte Kriminalität beschaffen sie sich einerseits aus dem
eigenen Nachwuchs, andererseits aus gezielt aus dem nahen Osten
nachgezogenen Jugendlichen, die als "unbegleitete Jugendliche" mit dem
angeblichen Wunsch nach Bildung und einem besseren Leben hierher
kommen, tatsächlich jedoch nach der Ankunft umgehend in den
kriminellen Untergrund abzutauchen. Kirsten
Heisig
hat
die kriminellen Strukturen dieser arabischen Clans - auch
Türken spielen dieses Spiel, aber nicht in dem Ausmaß wie
die libanesischen Araber - im täglichen Gerichtsbetrieb
kennengelernt und kann sich daher ein Urteil erlauben. Die Fakten sind
unleugbar und gravierend. Den größten Vorwurf macht die
Autorin den lokalen Behörden (in Berlin), die aus einer Mischung
von vermeintlicher "political correctness" und Angst die Dinge laufen
lassen. Drohungen gegen Behördenmitarbeiter - Jugendamt, Schule,
Polizei - sind keine Seltenheit, und viele Mirabeiter der verschiedenen
Behörden scheuen vor allem den Ruf von
Ausländerfeindlichkeit, was die Betreffenden sehr schnell gemerkt
haben. Das
größte
Problem
sieht die Autorin darin, dass die
Jugendlilchen sich schon früh aus dem Schulalltag verabschieden
und damit keine Grundbildung erhalten, die sie für die Aufnahme
eines geregelten Berufes qualifizieren. Die mangelnde Koordination der
Institutionen Schule, Polizei und Jugendamt - aus Gründen des
Datenschutzes! - ermöglicht den straffälligen Jugendlichen
und ihren gleichgültigen Eltern, mit den Behörden Katz und
Maus zu spielen. Den vorwiegend aus archaischen Verhältnissen
stammenden Eltern ist der Schulbesuch ihrer Kinder nicht nur
gleichgültig, sie lehnen ihn sogar ab, da die Kinder dann nicht
für die vielfältigen kriminellen Aktivitäten
verfügbar sind. Der Gerichtsbarkeit - also in letzter Konsequenz
sich selbst - wirft Heisig vor, mit der Bestrafung jugendlicher
Täter viel zu lange zu warten und es dann noch aus
pädagogischen Gründen bei Ermahnungen und
Bewährungsauflagen zu belassen, was diese als Schwäche
auslegen. Für die Verzögerung macht sie allerdings wieder den
bürokratischen Überbau und die weitläufigen Strukturen
des Jugendstrafrechts verantwortlich, die eine "zeitnahe" Ahndung
krimineller Aktivitäten praktisch unmöglich machen. Doch
die
Schilderung
der Zustände und die damit verbundenen
Vorwürfe stellen nicht den Hauptteil von Kirsten Heisigs Buch dar.
In der zweiten Hälfte unterbreitet sie eine Reihe von
Vorschlägen, die sämtlich das Ziel haben, den Schulbesuch der
jungen Ausländer durchzusetzen und Strafen schnell und
fühlbar zu verhängen, so dass die jungen Täter die
lenkende Hand der Gesellschaft spüren. Dazu hat sie in vier
europäischen Großstädten - Oslo, Glasgow, London und
Rotterdam - untersucht, wie diese mit kriminellen Migranten umgehen.
Oslo lobt sie, betont jedoch, dass es dort viel Geld und relativ wenige
Migranten gibt; Glasgow scheint sich in ihren Augen das Problem mehr
oder minder schönzureden, während London die Problematik
bereits erkannt hat. Am besten geht ihrer Meinung nach Rotterdam mit
dem Problem um, indem es einen engen Verbund der betroffenen
Behörden geschaffen hat, der jeden auffälligen Migranten -
das gilt natürlich pronzipiell auch für Inländer - unter
dauernder Beobachtung hält. Nach
Istaufnahme
und
Schwachstellenanalyse berichtet sie jedoch auch von
ermunternden Aktivitäten in Neukölln, so von der "Task Force
Okerstraße(TFO)", in der die beteiligten Behörden zum ersten
Mal in koordiniertem Vorgehen kriminelle oder gefährdete
Jugendliche betreuen und nicht mehr aus den Augen lassen. Doch auch
hier trüben Wermutstropfen den Wein: eine endgültige
politische und rechtliche "Fixierung" der TFO stand bei Drucklegung des
Buches noch aus, und nach dem Tod der Autorin ist völlig offen,
inwieweit diese Initiative überlebt. Über
eins
war
sich Kirsten Heisig klar, und das macht sie in dem Buch immer
wieder deutlich: wenn die Behörden hier nicht bald einschreiten,
gewinnt das Problem eine Dimension, die mit Dulden und Wegsehen nicht
mehr zu meistern ist. Ganze Stadtteile von Berlin und anderen
Städten könnten sich dann quasi verselbständigen mit
allen Facetten der Kriminalität wie Raub(mord), Erpressung bis hin
zu gewaltsamen Anschlägen. Bagdad lässt grüßen!
Noch ist Zeit, dieser Entwicklung einen Riegel vorzuschieben, doch seit
Kirsten Heisigs Tod hören wir von dieser Problemzone fast nichts
mehr. Das
Buch
ist
im
"Herder-Verlag"
unter der ISBN 978-3-451-30204-6 erschienen und kostet 14,95 €. Frank
Raudszus |
|