| René Freund:"Aus der Mitte" |
| Skizzen aus dem Salzkammergut | |
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Reiseführer: Baedeker, Merian,....und viele andere. Nüchterne oder bildungswütige Beschreibung von Landschaft, Denkmälern und Wanderwegen. Diese Art reisebegleitender Lektüre hat sich weit verbreitet und ist durchaus nützlich.
Man kann den Begriff des Reiseführers jedoch auch anders, leichter und dennoch umfassender definieren, wenn man ihn aus dem Literarischen her begreift.
Der Österreicher René Freund befaßt sich in seinem kleinen Band "Aus der Mitte" mit dem Salzkammergut, der Region um Salzburg herum. In lockerer Folge schildert er verschiedene Orte und Örtlichkeiten dieses Gebietes samt ihrem historischen, ethnischen, ökonomischen und politischen Hintergrund. Jeder Bericht ist eine kleine literarische Skizze, weniger auf Kirchen und Kunst denn auf die Menschen und ihre Eigenarten eingehend. Sinnigerweise lauten die drei ersten Kapitelnamen "Salz", "Kammer" und "Gut", ein sprachlicher Gag mit handfestem Hintergrund.
Dem Touristen begegnet Freund mit sachlich bedingter, aber durchaus begrenzter Aktzeptanz und zitiert einen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts (man kann kaum noch schreiben "des letzten Jahrhunderts") mit den Worten " wenn die Menschen mit grüner Lodenjoppe, Kniestrümpfen und nackten Knien nicht den Mund aufmachen, merkt man nicht, daß es Berliner sind"....
Man muß dieses Buch nicht "am Stück" lesen, sondern kann sich z.B. auf einer Reise durch die Region am jeweiligen Ort einen ergänzenden Eindruck verschaffen oder einfach daheim einzelne Kapitel lesen. Die Lektüre ist allemal informativ und beseitigt nebenbei so manches folkloristische Vorurteil über Österreich und das Salzkammergut. Dort war es durchaus nicht immer "gut lustig sein".
Das Buch ist in der Reihe "Lesereisen" des Picus-Verlags erschienen (ISBN 3-407-79790-7) und kostet 26,- DM.
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