Erwin Strittmatter: "Der Laden"

Eine deutsche Familiengeschichte aus diesem Jahrhundert
 

Erwin Strittmatters Roman "Der Laden" hält das deutsche Fernsehpublikum im November in den Wohnzimmern fest. Die feinsinnige Verfilmung des Erfolgsromans durch Jo Baier läßt den Zuschauer an über drei Jahrzehnten deutscher Kriegs- und Nachkriegsgeschichte teilhaben.

Der fünfjährige Esau Matt beobachtet mit staunend kritischem Blick die Welt der Erwachsenen um ihn herum. Seine Eltern haben in Bossdan in der Niederlausitz im Jahre 1919 einen Bäcker- und Krämerladen eröffnet. Als magischer Anziehungspunkt lockt der Laden die Dorfbewohner an, ob groß oder klein. Hier werden Neuigkeiten ausgetauscht, Gerüchte weitergetragen und Probleme bewältigt. Hier amüsiert sich Esaus Vater mit dem Kindermädchen und wird dabei von der Ehefrau ertappt. Hier findet Leben in all seinen Höhen und Tiefen statt. Der Laden in Bossdan spiegelt das Menschsein an sich wieder.

Der Film erzählt die Roman-Trilogie sensibel nach, dennoch erreicht er die Intensität des Buches nur annähernd. Für Leser, die sich viel Zeit zum Lesen nehmen und gerne in einen Roman eintauchen wollen, der schier kein Ende nimmt, hat der Aufbau-Verlag Erwin Strittmatters Roman-Trilogie "Der Laden" pünktlich zur Vorweihnachtszeit in einer Kassette mit drei Büchern zum Preis von 49,90 DM herausgebracht (ISBN 3-7466-5420-3).