Philippa Gregory: "Die Schwiegertochter"

Wenn eine Frau die Mutter des Mannes mitheiratet....
 

Ruth könnte es nicht besser getroffen haben. Sie hat einen gut aussehenden, netten Ehemann und Schwiegereltern, die sich rührend um das junge Paar kümmern. Als sich jedoch das erste Kind ankündigt, gerät Ruths Leben aus den Fugen. Die Situation mit Baby, Haushalt und Ehe überfordert sie hoffnungslos. Die Schwiegermutter Elisabeth dagegen meistert alle Schwierigkeiten problemlos. Sie versorgt das Baby, wenn Not am Mann ist, räumt nebenbei noch Ruths Haushalt auf und verwöhnt sowohl den eigenen Ehemann als auch ihren Sohn Patrick, Ruths Mann. Aus lauter Verzweiflung über die allgegenwärtige und omnipotente Mutter schluckt die junge Frau Antidepressiva und läßt sich völlig gehen. Die fürsorgliche Familie ihres Ehemanns entscheidet schließlich, daß Ruth in eine Klinik muß, um von den Tabletten loszukommen. Während des Klinikaufenthaltes seiner Frau zieht Patrick samt Baby wieder zu seinen Eltern. 

In größter Harmonie leben die vier dort zusammen - eigentlich würde Ruth nur stören. Es wäre nahezu ideal, wenn sie gar nicht mehr aus der Klinik herauskäme. Doch so leicht läßt sich Ruth nicht abservieren. Sie liefert einen beispiellosen Kampf um ihr Baby, ihren Eheman und um ihre eigene psychische Gesundheit.

Fazit:

Philippa Gregorys Roman um "die Schwiegertochter" beschreibt mit atemloser Spannung die unglückliche Situation einer jungen Frau, die von der Familie ihres Mannes nahezu erdrückt wird und viel Kraft aufwenden muß, um ihren eigenen Lebensweg zu gehen. Die Autorin packt das Thema psychologisch an und läßt den Leser/die Leserin die schleichende Unterdrückung hautnah miterleben. Spannendes Lesefutter besonders für Frauen.

Das Buch  ist im Verlag Rütten & Loening erschienen (ISBN 3-352-00549-4), umfaßt 400 Seiten und kostet  39,90 DM.