Sabina Trooger: "Hildegard von Bingen"

Der Bericht über das Leben einer mutigen Frau
 

Hildegard von Bingen wurde vor etwa 900 Jahren geboren. Sie war eine emanzipierte Frauengestalt, die dem männlichen Klerus trotzte und ihre eigenen Wege ging, ganz so wie Gott es ihr eingab. Schon als Kind hatte sie Visionen, die ihr Einblick in die Zukunft ermöglichten. Mit dieser seltenen Gabe gesegnet, war sie als Kind schon reifer aber auch einsamer als Kinder ihres Alters. Da sie das zehnte Kind einer Adelsfamilie war, hatten die Eltern aus Dankbarkeit für den reichen Kindersegen ihr Jüngstes dem Kloster versprochen. So lernte Hildegard schon früh das Klosterleben kennen. Der Roman beginnt mit der 81jährigen Hildegard, die es gewagt hat, den jungen rebellischen Adligen Helmut von Gaulsheim auf dem Klostergelände zu bestatten. Der Klerus verlangt, den Leichnam zu exhumieren und in ungeweihter Erde zu verscharren. Andernfalls werde über Hildegards Konvent der Kirchenbann verhängt. Soll Hildegard ihr Lebenswerk - den Aufbau eines reinen Frauenklosters mit fünfzig Nonnen - riskieren? Sie greift zu einer List, denn im Laufe ihres kämpferischen Lebens hat sie gelernt, ihre Ziele geschickt zu verwirklichen.

Die mittelalterliche klösterliche Welt wird am Beispiel des bewegten Lebens dieser herausragenden Frauengestalt lebendig und fesselnd dargestellt. Anhand einer fiktiven Autobiographie gelingt es der Autorin Sabina Trooger, den Leser und die Leserin in das Leben der Hildegard von Bingen einzubinden und Historisches mit Spannung und Erlebnischarakter zu unterlegen, so daß eine gute Mischung aus Faktenvermittlung und romanhafter Spekulation zustandekommt.

Fazit:

Die Lektüre dieses Roman empfiehlt sich allen LeserInnen, die Geschichte zwecks leichterer Aufnahme gerne in Romanform verarbeiten, ohne deshalb auf historische Wahrhaftigkeit verzichten zu müssen.

Das Buch ist im Schneekluth-Verlag erschienen (ISBN 3-7951-1628-7) und umfaßt 350 Seiten.