Toril Brekke: "Linas Kinder"

Roman mit 430 Seiten
 

Toril Brekkes Roman "Linas Kinder" schildert das Leben einer norwegischen Spielmannsfamilie. Es ist ein großes episches Werk über Familiengründung, Kinderkriegen und das Älterwerden.  Und doch ist es für heutige Leser ein ungewöhnliches Leseerlebnis, da eine Zeit geschildert wird, in der Sattwerden und Luxus noch Dinge waren, die für viele Menschen fern jeder Möglichkeit waren. Bedingt durch die ständig drohende Not waren die Verhältnisse der Ehepartner großen Belastungproblemen ausgesetzt, die natürlich auch die reiche Kinderschar betrafen. Jedes Jahr ein Kind zu bekommen war Gang und Gäbe. Die vielen Kinder unter einfachsten Verhältnissen groß zu ziehen, war hingegen keine leichte Aufgabe. Dennoch wird sie von den Eltern gut bewältigt. Vater Anton hat mit seiner Frau Lina 10 Kinder. Außerdem hat er noch 3 uneheliche Nachkömmlige von denen er nichts weiß. Die Lebenswege all seiner Kinder kreuzen sich im Verlauf des Romans und verweben die Geschichte zu einem Flickenteppich aus Schicksalsfäden.  Der Roman ist eine Metapher für das Leben an sich. Für die vielen Aufgaben, Höhen und Tiefen, die uns Menschen begegnen und auf Lösungen drängen. Er spannt einen Bogen von der Mitte des 19. Jh. bis in die Wirren des 2. Weltkriegs.  Trotz aller Schicksalsschläge zeugt der Roman von sehr viel Menschlichkeit  und vermittelt die Botschaft, dass das Leben lebenswert ist. Die Autorin Toril Brekke ist eine der bekanntsten norwegischen Schriftstellerinnen. Ihr Roman "Linas Kinder" ist ihr sechster Roman und wurde füp den Brage, den höchstnotierten norwegischen Literaturpreis, vorgeschlagen.

Das Buch ist im Lichtenberg -Verlag erschienen (ISBN 3-7852-8117-X) und kostet  39,90 DM