Arnulf Zitelmann: "Kein Ort für Engel"

Die Geschichte des Amos Filip
 

Amos Filip ist anders als seine Klassenkameraden in der "Woogie". Er trägt die Haare lang mit geflochtenen Zöpfchen und Perlen daran. Er übernachtet auch schon mal auf dem Friedhof, weil er den Duft der Thuja-Bäume mag, der ihn an seine Kindheit in Ecuador erinnert. Die Schule besucht er nur sehr unregelmäßig. Amos´ Vater Luz lebt nicht mehr, und das ist für den Jugendlichen schwer zu begreifen, da er zu seinem Vater ein inniges Verhältnis hatte. Mit seiner Mutter versteht er sich nicht besonders. Sie hat auch wenig Zeit für ihren Sohn, da sie wieder auf Partnersuche ist. Bleibt nur noch Märte, eine junge Lehrerin, bei der Amos zur Zeit wohnt, solange seine Mutter auf Reisen ist. Zwischen Märte und ihm stimmt die Chemie. Sie sind beide sensibel und leiden an der Grobheit ihrer Umwelt. Als Märtes Kater Macho eines Tages tot an der Haustür hängt, Florcita mit Nacktfotos erpresst werden soll, entschließt sich der friedliche Amos, den Kampf gegen den skrupellosen Dismas Kotter aufzunehmen,

Der Roman ist spannend geschrieben und hakt sich bei den Problemen heutiger Jugendlicher ein. Neben den Alltagsproblemen wie Orientierungslosigkeit, Gewalt, Drogen oder auch Liebe wirft das Buch die Frage auf, ob die Schule, so wie sie heute existiert, noch zeitgemäß ist und auf Dauer überhaupt finanzierbar bleibt. So ist der Roman nicht nur Leseerlebnis sondern stellt auch eine Diskussionsgrundlage für Schüler, Lehrer und Eltern dar.

Das Buch (293 Seiten) ist im Verlag Beltz und Gelberg erschienen (ISBN 3-407-80850-X) und kostet 24,80 DM.