| Pedro Gálvez: "Ich, Kaiser Nero" |
| Roman über einen verhassten Despoten | |
Kaiser Nero ist als kaiserlicher Brandstifter Roms in die
römische Geschichte eingegangen. Doch was für ein Mensch war
dieser Nero? Diese Frage versucht der Autor Pedro Gálvez in seinem
Nero-Roman zu beantworten.
Anhand
eines Tagebuchs, das Nero nach der Ermordung seiner Mutter Agrippina zu
schreiben beginnt, wird den Lesern ein Mensch vor Augen geführt, der
stark unter seiner Mutter gelitten hat, die sein Leben bis in die kleinste
Einzelheit durchgeplant hatte. Sie hat ihm alle Wege zu seiner Karriere
geebnet aber ihm kaum eine Chance gegeben, sich selbst zu verwirklichen.
Vielleicht wäre Nero als Dichter, Sänger oder Schauspieler glücklicher
geworden. So durchbricht er auch immer wieder die Zwänge der Regierungsgeschäfte,
um mit neuen poetischen Versuchen seine Gefolgschaft zu unterhalten. Die
Speichellecker applaudieren, die Kritiker jedoch versuchen ihm klar zu
machen, daß er sich mit den Auftritten lächerlich macht.
Der Roman in Tagebuch-Form hebt die historische Distanz auf und bringt
uns Nero als Menschen näher mit seinen Ängsten, seinen Zukunftsvisionen,
seinem Verhältnis zu Frauen und seiner großen historischen Aufgabe
als Kaiser Roms.
Das Buch ist im Verlag Ruetten & Loening erschienen (ISBN
3-352-00550-8) und kostet 36 DM.. |